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Erfindungen schützen

Ein Patentanwalt steht vor einem Schrank, in dem zahllose Akten stehen.
Patentanwälte stehen vor der großen Herausforderung, den Überblick zu behalten, welche Erfindungen tatsächlich innovativ sind.
Foto: Christof Stache

Patentanwältin

Erfindungen schützen

Mit Erfindungen kennt sich Linda Nowack aus. Die 36-Jährige ist Patentanwältin mit eigener Kanzlei in Rosenheim. Sie berät Einzelpersonen und Firmen, die Marken, Designs oder technische Erfindungen schützen lassen möchten. Kein Wunder, dass sie täglich mit spannenden Themen zu tun hat!

Wenn Linda Nowack ihre Kanzlei betritt, kann sie sich auf einen abwechslungsreichen Arbeitstag freuen. Denn auf sie warten meist vollkommen neue Themen: „Zu mir kommen Erfinder, die eine technische Neuheit schützen lassen möchten“, erklärt sie. Als Beispiel nennt sie einen Bierkühler für den Biergarten, in dem das Bier schön kühl bleibt. „Zunächst muss ich bis ins kleinste Detail nachfragen, was es mit der Erfindung auf sich hat, wie sie funktioniert und wo der Mehrwert für den Nutzer liegt.“ In einem nächsten Schritt recherchiert die 36-Jährige: Sie findet heraus, ob es die Erfindung schon gibt und wo Unterschiede zu bekannten technischen Produkten liegen. Außerdem klärt sie ihre Mandanten über die Konsequenzen auf, wenn das Produkt patentiert wird – und was passieren kann, wenn sie sich gegen ein Patent entscheiden. Am Ende steht das Verfassen der Patentanmeldung.

Zu der Patentanwältin kommen neben Erfindern technischer Ideen auch Privatpersonen und Unternehmen, die Designs oder Marken schützen lassen wollen. „Ein Beispiel wäre etwa die Coca-Cola-Flasche, die selbstverständlich als Design und Marke geschützt ist“, erklärt sie. „Bei solchen Themen steht dann die strategische Beratung im Vordergrund. Ich frage den Mandanten, welche Ziele er mit seinem Produkt erreichen will, wie und wo er es verkaufen und wie er es präsentieren möchte.“

Promotion, Ausbildung, Selbständigkeit

Porträt von Linda Nowack

Dr. Linda Nowack

Foto: privat

Seit 2014 arbeitet Linda Nowack in ihrer eigenen Kanzlei in Rosenheim. Zuvor studierte sie Elektrotechnik an der Technischen Universität München und promovierte anschließend im gleichen Fach. „Schon vor dem Abi war mir bewusst, dass es die Möglichkeit gibt, nach einem technischen Studium Patentanwältin zu werden“, erinnert sie sich. „Ich habe immer mal wieder darüber nachgedacht und mich schließlich nach meiner Promotion in einer Patentanwaltskanzlei beworben. Das hat auf Anhieb geklappt.“

Die Ausbildung – drei bis vier Jahre in der Patentanwaltskanzlei und acht Monate Praktikum beim Patent- und Markenamt sowie beim Bundespatentgericht – hat ihr gut gefallen. „Man lernt nach all der Technik plötzlich eine völlig andere Welt kennen“, sagt sie. „Und das Tolle ist: Man lernt bei der Arbeit! Mit dem ausbildenden Anwalt hat man immer jemanden an der Seite, der einem die Sachverhalte erklärt und alle Fragen beantwortet.“ Ein Jahr nach ihrer Zulassung zur deutschen Patentanwältin hat sie sich selbständig gemacht.

„Mir wird nie langweilig!“

Mit ihrer Berufswahl ist Linda Nowack sehr glücklich. „Als Patentanwältin wird mir nie langweilig. Nicht nur, weil die Mandanten und deren Ideen völlig unterschiedlich sind, sondern auch, weil ich an der Schnittstelle zwischen Technik und Recht arbeite. Das ist sehr spannend“, schwärmt sie. „Außerdem ist man als Patentanwältin zeitlich und örtlich recht flexibel – und sehr gefragt.“

Doch um diesen Job ausüben zu können, muss man einiges mitbringen. Neben technischem und juristischem Interesse, einer guten Auffassungsgabe sowie Ehrgeiz und Neugier ist auch der Umgang mit Menschen eine wichtige Voraussetzung. „Ich muss meine Mandanten gut beraten, aber auch mit Ämtern umgehen können. Da ist oft Fingerspitzengefühl gefragt“, erklärt die 36-Jährige. „Außerdem sollte man sich gut auf Deutsch und Englisch ausdrücken können und gerne mal ein paar Stunden am Schreibtisch arbeiten.“

Für die Zukunft wünscht sich Linda Nowack, dass alles so bleibt, wie es ist. „Momentan läuft es echt gut, so kann es gerne weitergehen“, freut sie sich. „Ich hoffe allerdings, dass es in der Berufsgruppe bald mehr Nachwuchs gibt. Der Beruf ist nicht sehr bekannt, dafür aber sehr schön und auch sehr sicher. Ich würde mich deshalb freuen, wenn sich mehr junge Leute dafür interessieren.“

abi>> 06.09.2017