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Mein Referendariat

Erste Gehversuche im Referendariat

„Bleiben Sie entspannt, es geht nur um Ihre Existenz.“ Mal wieder hatte unser AG-Leiter einen flotten Spruch auf den Lippen. Und leider mal wieder zu Recht. Denn das zweite Staatsexamen ist noch wichtiger als das erste. Ich habe schon von Leuten gehört, die in Ministerien abgelehnt wurden, weil sie im zweiten Examen nur 8,8 Punkte hatten und nicht die gewünschten 9,00 Punkte. Sowas während des Referendariats im Hinterkopf zu haben, nimmt nicht gerade den Druck.
Inzwischen sind drei Monate nach dem Beginn des Referendariats vergangen, wir haben schon zwei Probeklausuren geschrieben und die meisten aus unserer AG haben schon einen Schlag ins Gesicht in Form einer Fünf-Punkte-Klausur bekommen. Schon jetzt – eineinhalb Jahre vorher – dreht sich alles um das Examen.
Nach mittlerweile sechseinhalb Jahren universitärer Ausbildung kann ich es kaum erwarten, „wirklich“ zu arbeiten. Zwar arbeitet man im Referendariat auch in den unterschiedlichen Stationen, aber einen tatsächlichen Nutzen erzielt man eher weniger. Man arbeitet nur für sich. Dadurch schwindet meine Motivation. Wenn ich mir vorstelle, dass ich dieselben Aufgabenstellungen als Richterin bearbeiten müsste, wäre ich wahrscheinlich mit viel mehr Herzensblut dabei. Denn jetzt sind meine Entscheidungen ziemlich irrelevant.
So ist meine Zivilstation durchzogen von Hochs und Tiefs. Es gibt Momente, in denen ich begeistert davon bin, die Überschrift „Im Namen des Volkes“ über einen Text zu schreiben und in denen mir das Knobeln über Probleme unglaublich viel Spaß macht. Und dann hänge ich wiederum lustlos über meinen Büchern. Zum Glück lebt das Referendariat von Abwechslung. In ein paar Wochen bin ich mit der Zivilstation fertig und die Strafstation beginnt. Dieser Wechsel bringt bestimmt neuen Schwung in das Ganze.

Autor: Luisa  |  Rubrik: beruf & karriere  |  11.03.2019

Mein Referendariat

Start ins Referendariat

Seit dem 1. Februar 2019 bin ich offiziell Lehramtsanwärterin. Wie man sich damit fühlt? Nun ja. Ich versuche mal, ein paar Gefühle für euch zu ordnen.
Erstens: Ich bin irritiert, wenn mir Leute zu meiner Verbeamtung gratulieren, denn bei uns wird jeder Lehramtsanwärter nur auf Widerruf verbeamtet. Nach Abschluss des Referendariats wechseln die meisten wieder in ein Angestelltenverhältnis, bis sie eventuell irgendwann auf Probe verbeamtet werden.
Zweitens: Ich habe Angst. Das Referendariat ist kein Job, den ich einfach kündigen kann, wenn er mir nicht gefällt. Diese anderthalb Jahre muss ich durchziehen, komme was wolle.
Drittens: Ich muss mich noch daran gewöhnen, voll berufstätig zu sein. Die erste Woche war ziemlich stressig, weil es zwei Schultage und drei Seminartage gab. Zum Seminar in Stuttgart fahre ich anderthalb bis zwei Stunden mit dem Zug. Langfristig wird es allerdings nur einen dieser Tage pro Woche geben. An den anderen Tagen habe ich halbtags Schule, dazu kommen Elterngespräche, Nachbesprechungen mit meiner Mentorin und natürlich Unterrichtsvorbereitungen.
Viertens: Ich fühle mich gut aufgehoben. Mit meiner Mentorin an der Schule komme ich sehr gut zurecht und mit meiner Ausbildungsleiterin vom Seminar habe ich wohl das große Los gezogen, weil sie sehr offen ihre Erwartungen formuliert und ich damit gut umgehen kann.
Fünftens: Meine wichtigste Erkenntnis ist bisher, dass „Ref“ nicht nur für Referendariat, sondern auch für Reflektieren steht. Am Seminar üben wir verschiedene Lehrmethoden. Ständig gibt es Reflexionsrunden, in denen wir über unsere Gedanken und Gefühle sprechen. Dadurch sollen wir uns selbst und unsere Lehrerpersönlichkeit kennenlernen. Einen Teil unserer Referendariatsnote werden am Ende die Lehrproben ausmachen. An diese schließt sich jedoch immer ein ebenfalls benotetes Kolloquium an, ein wissenschaftliches Gespräch, in dem wir die Chance bekommen, unser Verhalten im Klassenzimmer zu reflektieren und zu erklären, was wir im Nachhinein anders machen würden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: beruf & karriere  |  21.02.2019

Mein Referendariat

Es geht in die zweite Runde

Als ich in den vergangenen Wochen Probeklausuren für das erste Staatsexamen korrigiert habe, kamen diese unguten Erinnerungen an meine eigene Examensvorbereitung wieder hoch. Jetzt saß ich auf der anderen Seite und korrigierte die Klausuren von diesen armen Seelen. Wenn man nur wenige Punkte vergeben kann, ist das auch für den Korrektor kein schönes Gefühl.
Nach einem Jahr Jura-Pause ging es mit Beginn meines Referendariats nun also auch für mich zurück in diese Welt. Ich habe dabei gemischte Gefühle: In Arbeitsgruppen zu arbeiten und im Vorbereitungskurs Hausaufgaben aufzubekommen, brachte auf der einen Seite Erinnerungen an meine Schulzeit zurück. Ersti-Parties und die AG-„Klassen“-Fahrt verstärkten dieses Gefühl noch. Aber auf der anderen Seite war ich bestürzt, was ich nach fünf Jahren Studium alles noch nicht weiß. Manchmal finde ich es auch langweilig. Nachdem ich mich in Brügge mit aktueller Weltpolitik beschäftigen konnte, geht es nun manchmal um spannende Dinge wie die Zuständigkeit eines Gerichts oder die Prozessfähigkeit von Personen. In solchen Momenten kann ich mir gar nicht vorstellen, das für die nächsten zwei Jahre zu machen. Am liebsten würde ich endlich mal praktisch arbeiten.
Doch dann gibt es auch wieder spannende Momente im Referendariat. Absolut abstruse Sachverhalte, von denen man denkt, dass diese von schlechten Hollywood-Regisseuren ausgedacht worden sein müssen. Oder, wenn man bei einem Fall erst einmal herausfinden muss, was überhaupt passiert ist. Gerade habe ich zum Beispiel mein erstes Urteil – wenn auch nur als Probeklausur – verfasst. Und das fühlte sich schon ziemlich gut an!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  28.12.2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
28.12.2018