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Bachelorarbeit mit lebenden Zellen

eine Studentin arbeitet mit einer Pipette im Labor
Im Studium der Materialwissenschaften sind Forschergeist und Interesse am Durchführen von Experimenten gefragt.
Foto: Klaus Satzinger-Viel

Materialwissenschaft studieren

Bachelorarbeit mit lebenden Zellen

Sophie Mauritz studiert im siebten Semester Materialwissenschaften an der Universität Augsburg. Die 23-Jährige schätzt vor allem die breite Fächerkombination aus Physik, Chemie und Mathematik.

Fast täglich steht Sophie Mauritz derzeit im Labor der Universität Augsburg, um für ihre Bachelorarbeit zu forschen. „Ich untersuche lebende Zellen für zwei Projekte“, erzählt die 23-Jährige. In einem der beiden geht es um tierische Zellen, durch die rote Blutkörperchen fließen, welche zuvor mit Chemikalien angereichert wurden. Dies dient der Vorbereitung für ein späteres Forschungsprojekt mit Malaria-Parasiten. In ihrem zweiten Projekt stimuliert Sophie Mauritz die Epithelzellen mit akustischen Oberflächenwellen (SAW). „Ich untersuche unter einem Fluoreszenzmikroskop, wie sich die Zellen dabei verändern“, erklärt die Studentin.

In dem interdisziplinären Fach Materialwissenschaften beschäftigen sich die Studierenden vor allem mit Feststoffen, meist auf molekularer Ebene. „Wir haben zum Beispiel den Aufbau und das Prinzip von organischen Leuchtdioden in Fernseherbildschirmen und Handy-Displays analysiert“, erzählt Sophie Mauritz. „Die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs hat mich von Anfang an gereizt.“ Experimentalphysik, Chemie und Mathematik bilden die Grundlagen der Materialwissenschaften. „Ich war in der Schule gut in Chemie und Physik, aber an der Uni wird das Ganze nochmal viel schwerer und vertiefter.“

Bewerbung ohne NC

Portrait Sophie Mauritz

Sophie Mauritz

Foto: Klaus Satzinger-Viel

Einen NC oder eine spezielle Aufnahmeprüfung gab es an der Universität Augsburg für Materialwissenschaftler nicht. „Da haben sogar Leute mit einem Dreier-Abischnitt angefangen“, erinnert sich Sophie Mauritz. Doch bereits in den ersten beiden Semestern stiegen die Studierenden intensiv in die Naturwissenschaften ein. „Da war jede Klausur fast eine eigene Abiturprüfung mit einer riesigen Menge an Stoff.“ Wer sich für das Studium der Materialwissenschaften interessiert, sollte also gute Vorkenntnisse und ein starkes Interesse für Naturwissenschaften mitbringen. Die Chemie fiel Sophie Mauritz dabei noch am leichtesten, die Theoretische Quantenphysik hingegen am schwersten.

Hoher Praxisanteil

Der Praxisanteil während des Studiums ist verglichen mit anderen Studiengängen sehr hoch. Ein zehnwöchiges Industriepraktikum etwa absolvierte Sophie Mauritz in einem Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie. Dort beschäftigte sie sich mit Verbundwerkstoffen für den Flugzeugbau. Auch ein kleines Projekt in der Prozesstechnik für das Fraunhofer Institut konnte die Bachelorstudentin bearbeiten. Neben dem Industriepraktikum standen fünf weitere Praktika im Laufe des Bachelorstudiums an. „Man muss Versuche durchführen, Protokolle schreiben und nebenbei noch lernen und sich gut organisieren können“, erzählt Sophie Mauritz. Am besten gefielen ihr das semesterbegleitende Praktikum „Organische Chemie“ und das Block-Praktikum zu „Materialwissenschaften 3“. „Da haben wir Aspirin und Glas selbst hergestellt“, berichtet sie. Aufwändig war ein Versuch, bei dem Aluminiumproben mit Flusssäure und Königswasser geätzt und im Ofen auf 500 bis 600 Grad Celsius erhitzt wurden. Danach analysierten die Studierenden die Veränderungen des Aluminiums unter dem Mikroskop.

Nach ihrem Bachelor möchte Sophie Mauritz noch einen Master in Materialwissenschaften absolvieren. Auch eine Promotion schließt sie nicht aus. Beruflich sieht sich die Studentin später eher im Bereich Biofabrikation und „Tissue-Engineering“, also der künstlichen Herstellung biologischer Gewebeschichten.

abi>> 06.06.2019