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Computerviren verstehen und ihnen die Stirn bieten

Eine Frau tippt auf einem Laptop.
Im Studium der IT-Sicherheit lernen Studierende, wie Viren und Schadsoftware funktionieren und wie sie IT-Systeme gegen solche Angriffe schützen können.
Foto: Karmann

IT-Sicherheit

Computerviren verstehen und ihnen die Stirn bieten

Wie können IT-Angriffe abgewehrt werden? Juliane Rehfeld (22) möchte das herausfinden und studiert deshalb den Bachelorstudiengang IT-Sicherheit an der Hochschule Mittweida. Derzeit schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit und hat für später bereits ein festes Ziel vor Augen.

„Ich bin einfach familiär vorbelastet“, begründet Juliane Rehfeld augenzwinkernd ihre Entscheidung für das Studium der IT-Sicherheit: Beide Eltern üben Berufe in der Informationstechnik aus und auch ihr Bruder steht kurz vor seinem Masterabschluss in angewandter Informatik. Sie möchte zur Polizei gehen, denn dort werden IT-Spezialisten dringend gesucht. Doch für den Studiengang ihrer Wahl, „Allgemeine und Digitale Forensik“ an der HS Mittweida, hätte sie ein Jahr warten müssen – ein anderer Weg musste her.

Für diesen wurde sie wiederum in Mittweida fündig: IT-Sicherheit ist dort eine von drei Studienrichtungen innerhalb des Bachelorstudiengangs „Angewandte Informatik“. Er führt nach drei Jahren mit dem Abschluss Bachelor of Science zur ersten Berufsqualifizierung. Ihr zulassungsfreies Studium konnte sie direkt nach dem Abitur antreten.

Vielseitige Inhalte und Gruppenprojekte

Ein Porträtbild von Juliane Rehfeld

Juliane Rehfeld

Foto: Helmut Hammer

In den ersten Semestern legte Juliane Rehfeld den Grundstein und besuchte Vorlesungen unter anderem in Mathematik, Englisch und Einführung in Informatik; gemeinsam mit den Studierenden der beiden anderen Schwerpunkte, Softwareentwicklung und Wirtschaftsinformatik. Später konnte sie sich in ihrem Wunschbereich IT-Sicherheit spezialisieren. „Am meisten Spaß gemacht haben mir die Module Antivirentechnik und Abwehr von IT-Angriffen“, erzählt sie. „Das ist das, worauf es im Studium vor allem ankommt.“

Weitere Inhalte ihres Studiums waren unter anderem Rechnernetze, der Aufbau von Netzwerktopologien und das Programmieren. Einzelne dieser Gebiete werden je nach Spezialisierung vertieft.

Wie funktioniert ein Virus?

Im vierten Semester arbeitete Juliane Rehfeld mit sechs anderen Studierenden an einem Gruppenprojekt. Ziel war es zu lernen, wie ein Softwareprojekt in der Praxis abläuft. „Wir sollten ein größeres Programm erstellen, dabei hatte jeder seine Rolle: Einer war Teamchef, ein anderer Projektleiter, dann gab es noch Chefprogrammierer, Softwarearchitekt, Testmanager, Dokumentenverantwortliche und Tester.“

Insgesamt findet sie das Studium sehr vielseitig. „Am liebsten waren mir die praktischen Module, in denen nicht nur theoretisch Stoff vermittelt wurde, sondern ich selbst etwas tun konnte. Für mich ist es zum Beispiel interessant zu sehen, wie ein Virus aufgebaut ist“, erzählt sie. Außerdem hat sie aus Interesse ein paar Module aus dem Fachbereich Computerforensik besucht.

Duales Studium bei der Polizei in der Tasche

Das Studium hat Juliane Rehfeld nach acht Semestern nun fast abgeschlossen. Damit hat sie sich etwas mehr Zeit genommen als die üblichen sechs Semester: „Ich wollte das Studium sicher durchziehen, auch wenn dies bedeutet, länger zu studieren.“ Im Moment schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit zum Thema Kategorisierung von Schadsoftware.

Ihr Wunsch, zur Polizei zu gehen, hat nun konkrete Formen angenommen: „Ich schließe als nächstes eine Ausbildung bei der Polizei im gehobenen Dienst an“, freut sie sich. Den Platz für das duale Studium in Berlin hat sie bereits sicher. Auch hier ist sie gespannt auf viele praktische Erfahrungen. Und ergänzt: „Für die freie Wirtschaft fühle ich mich mit meinem Studiengang aber ebenso gut gewappnet.“

abi>> 13.07.2017