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Alles auf Grün

Eine Ingenieurin untersucht Blätter.
Die Bandbreite von Ökolandbau ist enorm – das spiegelt auch der Studienplan an der HNEE wider.
Foto: Lohnes

Ökolandbau

Alles auf Grün

Von Kräutermanufaktur bis Großbetrieb – in ihrem Bachelorstudiengang „Ökolandbau und Vermarktung“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) erhält Céline Roth (22) einen umfassenden Einblick in den vielseitigen Ökolandbau.

Die Heilpflanze „Wilde Karde“, die ein wenig einer Distel ähnelt, soll antibakteriell wirken und das Immunsystem stärken. Angebaut wird sie in Handarbeit und mit der Hilfe von Arbeitspferden auf einem kleinen, auf Heilpflanzen spezialisierten Betrieb in Brandenburg. Céline Roth hat hier gemeinsam mit anderen Studierenden in vier Beeten einen Anbauversuch gestartet: „Ziel war es herauszufinden, wie die Wurzel der Wilden Karde am besten geerntet werden kann.“ Dafür wurde mit unterschiedlichen Reihenabständen und Dämmen experimentiert.

Der Anbauversuch fand im Rahmen eines Studienprojektes im zweiten Semester ihres Bachelorstudiengangs „Ökolandbau und Vermarktung“ an der HNEE statt: In sechs Semestern lernt die 22-Jährige unterschiedliche Praxisbetriebe kennen, angefangen von der Kräutermanufaktur bis hin zu Großbetrieben mit 1.100 Hektar Grünland und einem riesigen Fuhrpark. „Die Bandbreite im Ökolandbau ist enorm und das spiegelt auch der Studienplan wider“, erzählt Céline Roth.

Raus in die Natur

Ein Porträt-Foto von Céline Roth

Céline Roth

Foto: privat

In den ersten drei Semestern werden die Grundlagen gelegt, die anschließend vertieft werden: Biologie der Nutzpflanzen und Nutztiere, ökologischer Landbau, nachhaltige Entwicklung, Tierhaltung, Futterbau, Land- und Verfahrenstechnik, Tierernährung, Pflanzenschutz, aber auch Agrar- und Lebensmittelmarketing und wissenschaftliches Arbeiten. Im zweiten Semester, im Sommersemester, wenn alles blüht, geht es raus in die Natur. Neben dem Studienprojekt in einem Ökobetrieb werden Gräser bestimmt und auf Exkursionen Innen- Außentechnik von Gewächshäusern besichtigt.

Das vierte Semester ist ein reines Praxissemester. Das verbringt Céline Roth wieder in Ecuador. Dort absolvierte sie bereits nach ihrem Abitur über das Programm „weltwärts“ einen Freiwilligendienst auf einem Ökobetrieb. Dadurch entstand ihr Wunsch, sich in Richtung ökologischer Landwirtschaft zu orientieren. In ihrem Praxissemester hat sie nun bei einer Nichtregierungsorganisation (NGO) in einem Legehennen- und einem Milchviehbetrieb gearbeitet: „Mich interessiert, wie kleinbäuerliche Landwirtschaft funktioniert und wie sie sich weiterentwickeln kann, auch als Mittel gegen Armut.“

Aktuell ist sie im fünften Semester und befasst sich mit Agrar- und Umweltpolitik, Rechnungswesen und Finanzmanagement sowie Lebensmittelverarbeitung. „Das gehört zu den Pflichtmodulen, hinzu kommen die Wahlmodule“, erklärt die Studentin. „Man kann zum Beispiel nachhaltige Ernährungssysteme, Bodenschutz oder auch Gemüseanbau wählen. Ich finde zum Beispiel ökologische Bienenhaltung sehr spannend.“

Themenvielfalt: von Unverpacktläden bis zu Weidesystemen

Neben der Abschlussarbeit erwarten sie im sechsten Semester dann die Module Tiergesundheit und Forschungsmethoden. Ein besonderes Modul sind die Projektwerkstätten, die studiengangübergreifend selbstorganisiertes Lernen fördern sollen. „Als Gruppe entwickelt man ein Thema und entscheidet, welche Inhalte erarbeitet werden sollen. Eine gute Übung, um herauszufinden, ob man selbst gesteckte Ziele erreichen kann.“
Worüber Céline Roth ihre Bachelorarbeit schreiben wird, ist noch offen. Die Palette an Themen reicht von einem Kommunikationskonzept für Betriebe, die alte Sorten anbauen, über Unverpacktläden bis hin zu klassischen Themen aus der Tierhaltung oder zu Weidesystemen. Um Ökolandbau in all seinen Facetten zu begreifen, sind sechs Semester nicht viel: „Ich kann mir gut vorstellen, weiter zu studieren und im Master Agrarsoziologie mein Wissen zu vertiefen.“

abi>> 30.04.2019