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„Offenheit gegenüber anderen Disziplinen mitbringen“

Silikon-Oberflaeche
Mit der entsprechenden Spezialisierung kann man es in der Nanotechnologie sehr weit bringen, bestätigt Forschungsreferentin Dr. Rosita Cottone.
Foto: Sebastian Kaulitzki

Aus der Forschung: Studieren im Nanobereich – Interview

„Offenheit gegenüber anderen Disziplinen mitbringen“

Dr. Rosita Cottone ist Forschungsreferentin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die promovierte Biologin war bis zur Promotion selbst in der Forschung tätig. Mit abi» sprach sie über Chancen und Möglichkeiten der Nanotechnologie.

abi»: Frau Dr. Cottone, die Nanotechnologie ist ein Zukunftsthema und wird von der Bundesregierung stark gefördert. Warum ist sie so bedeutsam?

Rosita Cottone: Die Nanotechnologie ist inzwischen in den meisten Industriebranchen angekommen und durchdringt als Querschnittstechnologie die verschiedensten Anwendungsbereiche. Das macht es heute schwer, spezifische Produkte als reine Innovationen der Nanotechnologie zu identifizieren. Im BMBF haben wir seit Beginn der Forschungsförderung im Bereich Nano in den 90-iger Jahren unser Angebot an diese Entwicklung angepasst und gesonderte Maßnahmen aus den Pionierzeiten in breitere Programme der Materialforschung integriert. Zukunftsweisend ist die Nanotechnologie aber genau deshalb: Sie ist Treiber für technische Innovationen und die Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen.

abi»: Wie steht es um berufliche Perspektiven im Bereich der Nanotechnologie?

Ein Porträt-Foto von Dr. Rosita Cottone

Dr. Rosita Cottone

Foto: privat

Rosita Cottone: Wer sich für ein Studium im Kontext der Nanotechnologie entscheidet, macht bestimmt nichts falsch. Nach meiner Erfahrung ist der Ausgangspunkt aber immer eine Fachdisziplin, ob Ingenieurwissenschaften, Physik, Chemie oder Biologie. Hier spielt Nanotechnologie heute eine wichtige Rolle. Mit der entsprechenden Spezialisierung kann man es weit bringen. Ich beobachte, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu Nano-Themen besonders fruchtbar ist. Ein Ingenieur setzt Nanotechnologie ein, um technische Lösungen für konkrete Probleme zu erarbeiten. Ein Biologe, um Vorgänge in biologischen Systemen zu analysieren. In Anwendungen wie der Robotik kommen beide Perspektiven perfekt zusammen. Dazu müssen die Forscher Offenheit gegenüber anderen Disziplinen mitbringen.

abi»: Wie andere technologische Innovationen birgt die Nanotechnologie neben Chancen auch Risiken. Weil Nanoteilchen so klein sind, bestehen Ängste, dass sie etwa über die Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen und Schaden anrichten. Was bedeuten solche Risiken und Ängste für die Nanowissenschaften?

Rosita Cottone: Die Nanosicherheitsforschung ist im BMBF ein eigener Förderschwerpunkt. Wir wollen sicherstellen, dass mögliche Risiken von Nanomaterialien frühzeitig erkannt werden. Der Politik geht es darum, die Chancen der Nanotechnologie zu nutzen und geeignete Rahmenbedingungen zu gestalten, um einen sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu gewährleisten – sei es zum Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Arbeitsplatz oder beim Konsum von Nano-Produkten durch Verbraucherinnen und Verbraucher. Diese Fragen sind heute auch integraler Bestandteil der Produktentwicklung in den Unternehmen. Ein verlässlicher gesetzlicher Rahmen bringt den Unternehmen Planungssicherheit. Wir schaffen auch Plattformen für den Dialog mit der Bevölkerung, um Akzeptanz gegenüber neuen Technologien zu schaffen und unbegründete Ängste auszuräumen. Für Studierende bieten auch die Risikobewertung und Themen der Nanosicherheitsforschung gute berufliche Perspektiven.

abi>> 08.07.2019

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