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Volle Regale im Supermarkt

Gang in einem Supermarkt.
„Logistik ermöglicht uns unseren täglichen Lebensstandard, ohne sie wären die Supermarktregale leer“, erklärt die 22-jährige Friederike Binner.
Foto: Isabella Fischer

Logistik dual

Volle Regale im Supermarkt

Wareneingang, Kommissionierung, Warenausgang – im dualen Studiengang Betriebswirtschaft mit der Studienrichtung Logistik wendet Friederike Binner (22) das gelernte Wissen direkt im Unternehmen an.

Ihr Bachelorstudium absolviert Friederike Binner am Campus Gera der Dualen Hochschule Gera-Eisenach. Ihre praktischen Phasen absolviert sie bei einem Praxispartner aus der Lebensmittelbranche. Hier kommen Waren von Zulieferern an, werden verarbeitet und anschließend zum Kunden transportiert. „Logistik ermöglicht uns unseren täglichen Lebensstandard, ohne sie wären die Supermarktregale leer“, erklärt die 22-Jährige, die sich derzeit im vierten Semester befindet.

Nach einer Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik wollte Friederike Binner sich weiterqualifizieren. Ein duales Studium war für sie der optimale Weg. „Mich hat der Wechsel zwischen Theorie und Praxis gereizt“, erzählt sie. „So kann ich in den praktischen Phasen gleich den Nutzen des Gelernten sehen. Außerdem ist für mich das Gehalt wichtig, um mein Studium zu finanzieren.“ Während des gesamten Studiums erhält die Studentin eine monatliche Vergütung.

Theorie und Praxis im Wechsel

Ein Porträt-Foto von Friederike Binner

Friederike Binner

Foto: privat

Voraussetzung für das Studium ist ein Arbeitsvertrag mit einem Praxispartner. Friederike Binner bewarb sich zunächst beim Unternehmen, welches den unterzeichneten Ausbildungsvertrag dann an die Hochschule weiterleitete. Gleich darauf erhielt sie einen Zulassungsantrag für das duale Studium.

Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen wechseln sich alle drei Monate ab. „Wir werden im Betrieb meistens so eingesetzt, dass wir das, was wir in der Hochschule bereits gelernt haben, gleich umsetzen können“, erzählt Friederike Binner. „Nach dem Abschluss des Moduls Materialfluss habe ich beispielsweise im Unternehmen die Kommissioniervorgänge geprüft.“ Während des dualen Studiums durchläuft sie alle Abteilungen des Unternehmens, arbeitet am Tagesgeschäft mit, übernimmt kleinere Projekte und lernt, Verbesserungspotenzial zu erkennen. „Da wir auf eine Tätigkeit in der Führungsebene vorbereitet werden, gibt es auch Tage, an denen wir den Team- oder Bereichsleitern über die Schulter schauen. Über unsere Arbeit in den Praxisphasen schreiben wir Projektarbeiten. Auch die Bachelorarbeit am Ende des Studiums bezieht sich auf eine praxisrelevante Problemstellung des Unternehmens“, erklärt Friederike Binner.

Das duale Studium dauert sechs Semester und schließt mit dem Bachelor of Arts ab. „Wir haben Logistikfächer wie Logistik- und Speditionsbetriebslehre oder Distributionslogistik“, berichtet die Studentin. „Außerdem gibt es Vorlesungen aus dem Bereich BWL, wie Marketing oder Personalmanagement, aus VWL und Recht.“ Auch Fächer wie Projektmanagement, Wissenschaftliches Arbeiten, Rhetorik und Wirtschaftsenglisch stehen auf dem Lehrplan.

Viel Arbeit, viele Vorteile

Die doppelte Belastung aus Lernen und Arbeiten verlangt den Studierenden einiges ab. „Im Gegensatz zum klassischen Studium hat man wenig Freizeit, da man entweder an der Hochschule ist oder im Betrieb arbeitet“, sagt Friederike Binner. „Hinzu kommen Klausuren und Projektarbeiten oder mündliche Prüfungen. Der Leistungsdruck ist da schon hoch, weil auch das Unternehmen kontinuierlich Leistungen erwartet.“

Trotz der hohen Anforderungen überwiegen für Friederike Binner die Vorteile des dualen Studiums: „Wenn man es wirklich will, ist alles machbar“, meint sie. „Auch wenn man sich bei jeder praktischen Phase wieder neu einfinden muss, finde ich es wichtig, schon im Studium zu sehen, wofür ich mein Wissen gebrauchen kann.“ Wie jedem Arbeitnehmer stehen den dual Studierenden aber auch Urlaubstage zu.

Ein weiterer Vorteil sind die guten Übernahmechancen nach dem Studium. „Ich finde den Bereich Fuhrpark und Transportlogistik sehr spannend“, sagt Friederike Binner. „Hier passiert jeden Tag etwas Neues und man muss immer auf alles gefasst sein. Die Tourenplanung zu erstellen, ist eine Herausforderung und mir gefällt der Kontakt zu den Kunden. Wenn ich übernommen werde, würde ich gerne nach meinem Studium in diesem Bereich zunächst als Sachbearbeiterin und später in der Führungsebene tätig werden. Wer die tägliche Herausforderung sucht, ist in der Logistik genau richtig.“

abi>> 11.06.2019