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Eingebunden in studentischer Community

Stephanie Mann steht auf dem Balkon ihres Studierendenwohnheims.
Im Wohnheim zu wohnen, bedeutet Flexibilität und immer wieder neue Leute kennenlernen. Studentin Stephanie Mann bringt sich als Tutorin in ihrem Wohnheim ein.
Foto: privat

Wie wohnst du im Studium? Studentenwohnheim

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Lange, düstere Flure, schmuddelige Gemeinschaftsduschen und winzige Zimmer – soweit die Vorurteile über Studierendenwohnheime. Stephanie Mann (22) studiert im siebten Semester Humanmedizin an der Technischen Universität (TU) Dresden und lebt seit ihrem ersten Semester im Wohnheim. Ihre Erfahrungen sind durchweg positiv, erzählt sie abi>>.

Ich hatte mich über das bundesweite Zulassungsverfahren um einen Studienplatz in Medizin beworben und erfuhr erst eine Woche vor Semesterbeginn, wo ich landen werde. Glücklicherweise hatte ich mich bereits auf Verdacht in einem Studentenwohnheim in Dresden beworben.

Ich bin auf dem Dorf groß geworden, wo meine Familie ein eigenes Haus hat. Da war das kleine Wohnheimzimmer für mich am Anfang schon eine Umstellung, denn auf einmal hatte ich viel weniger Platz für meine Sachen. Aber so wird man eben zum Stapelkünstler. Jedes Wohnheimzimmer bei uns ist möbliert mit Schreibtisch, Bett und Kleiderschrank und hat ein eigenes kleines Bad mit Dusche, WC und Waschbecken. Das schmale Bett habe ich nach Rücksprache mit dem Hausmeister bald gegen mein eigenes, breiteres ausgetauscht.

Gemeinsame Küche, eigenes Bad

Ein Porträt-Foto von Stephanie Mann

Stephanie Mann

Foto: privat

Mein Zimmer kostet 242 Euro monatlich warm, das heißt, darin sind die Kosten für Strom und Wasser und Internetnutzung bereits enthalten. Wenn man allerdings zu viel surft oder streamt, ist das Kontingent vor Monatsende erschöpft.

Die Küche teile ich mir mit sechs anderen Studierenden. Wir haben zwei Kühlschränke, jeder hat dort zwei Fächer. Die Tiefkühlfächer sind immer voll. Wie sauber die Küche ist, hängt von der WG-Zusammensetzung ab. Am Anfang funktionierte das bei uns richtig gut, mit einer anderen Besetzung haperte es manchmal mit der Sauberkeit. Deshalb erstellten wir einen Putzplan, an den sich nun jeder hält.

Wieviel Gemeinsamkeit in einer WG besteht, hängt von den Leuten ab. Ich habe Glück und Mitbewohner, mit denen ich mal zusammen kochen kann. Wir verabreden uns dann und sprechen kurz ab, wer was mitbringt. In einem Wohnheim kann man sich seine Mitbewohner nicht aussuchen und die Besetzung wechselt häufig. In unserer Siebener-WG kommt mindestens einmal im Jahr jemand Neues dazu. Das ist aber auch ein Vorteil, da man so immer mit neuen Leuten in Kontakt kommt.

Engagiert als Tutorin

Mir gefällt diese Wohnform richtig gut. Seit zwei Jahren bin ich sogar Tutorin im Wohnheim. Die Tutorenschaft ist eine Mischung aus Ehrenamt und Vergütung, denn ich erhalte eine kleine Aufwandsentschädigung. Vor allem für die neuen Mitbewohner bin ich Ansprechpartnerin für alle Fragen, etwa wenn sie wissen wollen, was sie in ihrem Zimmer verändern dürfen oder wie alles funktioniert. Und weil in unserem Wohnheim hauptsächlich Mediziner und Musiker wohnen, kommen Medizinstudierende auch mit Fragen zu Klausuren und ähnlichem zu mir.

Rechtzeitig bewerben

Um einen Wohnheimplatz sollte man sich immer so früh wie möglich kümmern – wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Den Antrag auf einen Wohnheimplatz darf man allerdings erst stellen, wenn man einen Studienplatz hat.

Wer nicht sicher ist, ob ein Studentenwohnheim die richtige Wohnform für ihn ist, kann es einfach ausprobieren: Der Ein- und Auszug ist relativ flexibel, die Mietverträge verhältnismäßig kurzfristig kündbar und wenn man wieder auszieht, ist niemand beleidigt.

abi>> 10.09.2018