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Anstoß in die richtige Richtung

Detailaufnahme einer Tastatur und der Hände einer Frau, die am PC tippt.
Für ihr Studium der Wirtschaftsinformatik entschied sich Daniela Hilkert, nachdem sie an zwei MINT-Camps teilgenommen hatte.
Foto: Axel Jusseit

MINT-Camp

Anstoß in die richtige Richtung

Daniela Hilkert absolviert ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart. Die Praxisphasen verbringt sie bei der Robert Bosch GmbH. Für ihr technisches Studium entschied sie sich aufgrund guter Erfahrungen bei zwei MINT-Camps, berichtet die 18-Jährige.

Schon in der Schule haben mich Fächer wie Physik und Mathematik interessiert und ich habe – als einziges Mädchen in meiner Klasse – beim freiwilligen Informatikunterricht mitgemacht. Kurzum: Ich hatte Lust auf Technik. Aber als ich mich in der Oberstufe fragte, was ich später einmal beruflich machen möchte, war ich mir unsicher, ob der technische Bereich tatsächlich etwas für mich wäre.

Genau zu dieser Zeit las ich in der Zeitung vom bevorstehenden ersten MINT-Camp der DHBW Heidenheim und bewarb mich. MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der Schwerpunkt des einwöchigen Camps war Maschinenbau, die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Voith GmbH angeboten.

Spannende Einblicke in die Industrie

Ein Porträtfoto von Daniela Hilkert

Daniela Hilkert

Foto: privat

Besonders spannend fand ich, dass wir diesen großen Technologiekonzern und auch Frauen in technischen Berufen kennenlernen konnten. Wir durften bei Voith auch selbst schweißen. Außerdem bekamen wir bei Vorträgen an der DHBW Informationen über die Abläufe an der Hochschule und wir konnten dort ein Stirnradgetriebe montieren. Das hat mir meine Berührungsängste zum technischen Studium genommen.

Richtig Klick gemacht hat es in den Osterferien 2015, beim zweiten MINT-Camp der DHBW Heidenheim zum Thema Informatik und Wirtschaftsinformatik. Dazu haben wir die Carl Zeiss AG besichtigt und Mitarbeiter berichteten uns aus ihrem Arbeitsalltag. Im Usability-Lab der DHBW konnten wir zudem programmieren und sehen, wie Webseiten auf Gebrauchstauglichkeit geprüft werden.

Praxis und Theorie vereinen

Dass man als Wirtschaftsinformatiker an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Informatik arbeitet, fand ich dann so interessant, dass ich das Fach studieren wollte, zudem als duales Studium wegen des stärkeren Praxisbezugs. Noch während meiner Schulzeit bewarb ich mich also bei verschiedenen Unternehmen für ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik mit dem Schwerpunkt Application Management für die Industrie, also der Entwicklung und Betreuung von Anwendungssoftware. Bosch sagte mir schließlich zu, sodass ich im Wintersemester 2016/17 loslegen konnte.

Klischees links liegen lassen

In meinen beiden Einführungswochen bei Bosch war ich noch positiv überrascht, dass wir von 15 neuen dual Studierenden sechs junge Frauen sind. Das ist meiner Meinung nach eine gute Quote. In den Vorlesungen dagegen sind wir von 32 Studierenden nur neun Studentinnen. Ich finde, dass die Wahl des Studiums oder der Ausbildung rein mit Präferenzen und nicht mit dem Geschlecht zu tun haben sollte.

Aber den abwertenden Spruch „Frauen und Technik“ bekommt man schon öfters zu hören. Zum Beispiel als ich mich in der Band, in der ich mehrere Instrumente spiele, für die Ton- und Lichttechnik interessierte. Da sagten die Jungs erst: „Das kannst du als Mädchen doch eh nicht.“ Doch ich blieb hartnäckig und sie lernten, dass auch Frauen das Zeug für Technik haben.

abi>> 18.04.2017