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Freiwilligendienste im Ausland: Was muss ich beachten?

Junge Frau sitzt am Schreibtisch und arbeitet am Computer.
Wer Interesse an einem Freiwilligendienst im Ausland hat, sollte sich vorab umfassend über die Möglichkeiten und Anforderungen informieren.
Foto: Julien Fertl

FAQ

Freiwilligendienste im Ausland: Was muss ich beachten?

Viele Schulabgänger wollen nach dem jahrelangen Schulbankdrücken erst mal die Welt erkunden und stellen Studium oder Ausbildung hinten an. Besonders beliebt sind Freiwilligendienste im Ausland, bei denen sich aufgrund der Fülle an Angeboten aber leicht der Überblick verlieren lässt. abi>> hat zusammen mit Steffen Mayer, dem Gründer von „Rainbow Garden Village“, einen Leitfaden für deine Suche nach dem passenden Freiwilligendienst erstellt.

Was ist meine Motivation?

Du hast dich für einen Freiwilligendienst im Ausland entschieden und fragst dich, wie du nun am besten vorgehst? Was musst du beachten? Was ist besonders wichtig? Als angehender Freiwilliger solltest du zuerst deine eigene Motivation hinterfragen. Was will ich eigentlich? Möchte ich ausschließlich als Freiwilliger in einem Projekt arbeiten oder im Anschluss an die Zeit auch das jeweilige Land bereisen? Möchte ich etwa auf einer Farm bei der Ernte helfen oder in einer entsprechenden Einrichtung bei der Kinderbetreuung unterstützen? Die Fülle der möglichen Entsender und der Projekte, die sie unterstützen ist riesig. Gerade deshalb kann eine klare Eingrenzung im Vorfeld mit einer eindeutigen Erwartungshaltung von Vorteil sein.

Wie finde ich die passende Organisation?

Wenn du weißt, was du willst, kannst du in die Recherche starten. Informiere dich, welche Möglichkeiten du hast und was die verschiedenen Entsender anbieten. Welche Kosten kommen auf dich zu? Viele staatlich geförderte Freiwilligendienste (z.B. weltwärts, kulturweit, etc.) übernehmen einen Großteil der Kosten und verlangen nur eine geringe Kostenbeteiligung von Seiten der Freiwilligen. Klassische Freiwilligendienste im Ausland sind dagegen weitgehend selbstfinanziert und erfordern meist den Aufbau eines Spenderkreises.

Erfahrungsgemäß ist eine Mischung aus Recherche im Internet sowie dem Zurückgreifen auf Erfahrungsberichte anderer Freiwilliger eine gute Entscheidungsgrundlage. Zudem kann der Besuch von Messen und Infoveranstaltungen dabei helfen, sich ein eigenes Bild von den Anbietern und ihren Angeboten zu machen.

Gut zu wissen: Je stärker eine Organisation auf ein konkretes Programm oder eine Region ausgerichtet ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch vor Ort mit einer Niederlassung vertreten ist. Ist dies nicht der Fall, liegt die Organisation im Zielland möglicherweise nicht mehr bei der gewählten Agentur und es gibt gegebenenfalls keine deutschen Ansprechpartner vor Ort.

Was mache ich vor Ort?

Eine weitere entscheidende Frage: Was ist das Ziel des jeweiligen Projekts im Zielland? Warum besteht eine Notwendigkeit, dort zu helfen? Gewisse Projekte solltest du kritisch hinterfragen. So sind sämtliche Waisenhauseinsätze sowie Projekte, die mit Tieraufzucht verbunden sind, in aller Regel als kontraproduktiv zu bewerten. Dahinter können Geschäftsmodelle stehen, die Kinder aus der Landbevölkerung abwerben, um so künstlich Arbeitsplätze für Freiwillige zu schaffen.

Eine der wichtigsten Fragen sollte sein, ob du als Freiwilliger ein Projekt unterstützt oder als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden sollst. Deine Tätigkeiten sollten mit denen vergleichbar sein, die du als Abiturient in Deutschland ausüben könntest und diese nicht übersteigen.

Zudem wichtig: Freiwilligendienste ermöglichen einen Einblick in Kultur und Sitten des Landes, die einem als Tourist verwehrt bleiben – allerdings nur, wenn du länger bleibst. Empfehlenswert sind daher Projekte mit einer Dauer ab mindestens vier Wochen.

Selbstorganisation als Option?

Grundsätzlich kann auch eine selbst organisierte Auszeit erfolgreich sein, allerdings ist es schwierig, aus der Ferne ein geeignetes Projekt zu finden. Denkbar ist beispielsweise eine vorangestellte Urlaubsreise ins Zielland, um persönlich Kontakte zu knüpfen. Natürlich ist hier auch eine gewisse Auslandserfahrung sowie Mut vonnöten, da du bei deiner Abreise womöglich noch ohne Arbeitsplatz und Unterkunft bist.

Bewerber müssen sich außerdem darüber im Klaren sein, dass sie ohne Ansprechpartner ins Zielland reisen und es zur Herausforderung werden kann, sich einzuleben und zurechtzufinden, wenn man nicht auf bereits aufgebaute Strukturen zurückgreifen kann.

rausvonzuhaus.de

Kostenloses Infoportal rund um das Thema Auslandsaufenthalte
www.rausvonzuhaus.de

abi>> 15.02.2019

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