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„Den Jugendlichen ein buntes Programm zusammenstellen“

alte Bruecke am Strand
Urlaub und Arbeit in Kombination: ruf Jugendreisen bietet Abiturienten interessante Möglichkeiten für die Zeit zwischen Abitur und Studium.
Foto: Franziska Loos

Youngster-Teamer in Spanien

„Den Jugendlichen ein buntes Programm zusammenstellen“

Sonne, Palmen, Strand und Meer und dabei noch Geld verdienen: Jonas Gerlach (19) arbeitet als Youngster-Teamer (Jugendreiseleiter) für ruf Jugendreisen in Spanien und überbrückt so die Zeit zwischen Abitur und Studium.

Wenn es um die Planung seiner Freizeit ging, gab es für Jonas Gerlach jahrelang nur eine Antwort: Sport. Ab seinem 10. Lebensjahr besuchte er die Sportschulen in Jena und Erfurt und war dort als Leichtathlet aktiv. „In der Schule waren Unterricht und Trainingszeiten perfekt aufeinander abgestimmt. Bis zu neun Mal pro Woche trainierte ich und hatte für andere Aktivitäten nur wenig Zeit“, blickt der Abiturient zurück.

Als ihn eine schwere Sportverletzung Anfang 2019 zum Aufhören zwang, musste er sein bisheriges Leben grundlegend neu sortieren. „Klar war, dass ich etwas anderes brauche. Ich wollte nach dem Abitur nicht nur zu Hause rumsitzen oder im örtlichen Café kellnern.“ Da Jonas Gerlach als 17-Jähriger bereits mit ruf Jugendreisen unterwegs war, kam ihm die Idee, selbst Jugendliche zu begleiten. „Vor allem die gute zwischenmenschliche Beziehung zwischen Teamern und Teilnehmern hatte mich damals schon beeindruckt.“

Vorbereitungsseminar als entscheidende Hürde

Ein Porträt-Foto von Jonas Gerlach

Jonas Gerlach

Foto: privat

Also bewarb er sich kurzerhand online beim Jugendreisenanbieter und erhielt nur wenig später eine Einladung zum Vorbereitungsseminar in Bielefeld, wo die Teilnehmer gezielt geschult werden: Wie leite ich ein Meeting? Wie bereite ich einen Workshop vor? Und wie trete ich vor den Jugendlichen auf? „Auch das Lösen von Konfliktsituationen war ein wichtiger Aspekt. In einem Abschlussgespräch wurde anschließend reflektiert und selektiert. „Nicht alle erhielten eine Zusage“, erklärt Jonas Gerlach.

Gut drei Monate später ging es für den 19-Jährigen das erste Mal mit dem Bus quer durch Europa. „Ich fuhr als Betreuer von 80 Abiturienten im Bus von Erfurt nach Lloret de Mar. Von dort aus ging es für mich mit dem Shuttle weiter nach Playa de Aro, wo ich die ersten beiden Wochen stationiert war.“ Als sogenannter Youngster-Teamer kümmerte er sich vor Ort um das Wohlbefinden von zehn Jugendlichen zwischen elf und 15 Jahren.

Organisation von A bis Z

Wer mit ruf Jugendreisen ins Ausland fährt, erhält die Möglichkeit einer Rundumbetreuung. „Das ist vor allem bei unseren jungen Gästen besonders wichtig“, weiß Jonas Gerlach. Von der Abholung vom Bus und dem anschließenden „Welcome Meeting“ bis hin zu täglichen Treffen und Animation am Nachmittag ist einiges geboten. „Wir versuchen, ein buntes Programm zusammenzustellen, kümmern uns aber genauso um die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen.“ Frühmorgens startet der Tag mit einem Early-Bird-Workshop, anschließend gibt es tägliche Treffen sowie Sport- und Gruppenangebote am Nachmittag. „Oft machen wir Tagesausflüge zu nahegelegenen Städten und Sehenswürdigkeiten.“

Besonders gefällt Jonas Gerlach die Zusammenarbeit mit seinen Teamkollegen. „Wir sprechen uns ab, organisieren gemeinsam Veranstaltungen und vernetzen uns untereinander. Außerdem ist es eine super Gelegenheit, ohne großen Kostenaufwand etwas zu erleben.“

Geringe Kosten – hohe Verantwortung

Abgesehen von etwa 80 Euro für Unterkunft und Verpflegung während des fünftägigen Vorbereitungskurses sowie den Ausgaben für Erste-Hilfe-Bescheinigung, Rettungsschwimmerabzeichen und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis fielen für Jonas Gerlach während seiner Auszeit keine Kosten an. „Man erhält vor Ort ein kleines Gehalt, das wöchentlich ansteigt. Zudem werden Anreise, Unterkunft und Verpflegung bezahlt, so dass der Lohn mehr als kleines Taschengeld zu verstehen ist.“

Doch wer denkt, man könne sich entspannt die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, der irrt gewaltig. Zusätzlich zu den täglichen Aufgaben muss jeder Teamer ein Reportheft führen, in das Beschwerden von Gästen sowie die entsprechende Abhilfe eingetragen werden müssen. „Da reicht es schon, wenn eine Glühbirne in einem Zimmer durchgebrannt ist und wir diese tauschen. Alles muss dokumentiert werden.“ Nicht nur hierfür ist laut Jonas Gerlach große Disziplin gefragt. „Man braucht organisatorische Fähigkeiten und sollte offen und aufgeschlossen sein. Für einen Stubenhocker ohne ausgeprägte soziale Kompetenzen ist das sicherlich nicht der richtige Job.“

Bald studiert der 19-Jährige Sport und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Koblenz-Landau und holt den Sport somit ein wenig in sein Leben zurück. Für ruf würde er gerne während seiner nächsten Semesterferien wieder im Ausland arbeiten. „Es macht mir extrem Spaß, mit den Jugendlichen etwas zu unternehmen und zu erleben. Wenn ich die erneute Möglichkeit dazu bekomme, möchte ich die definitiv wahrnehmen.“

abi>> 04.09.2019