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Lehrer auf Probe

Namensschilder in einer Grundschule
Jeden Tag aufs Neue Grundschüler für den Unterricht zu begeistern und zum Lernen zu motivieren ist eine Herausforderung. Ob einem das liegt, kann man in einem FSJ Pädagogik herausfinden.
Foto: André Deco

FSJ Pädagogik

Lehrer auf Probe

Ist der Lehrerberuf das Richtige für mich? Sind meine Vorstellungen realistisch? Um das herauszufinden, absolvierte Hans Kowollik ein Freiwilliges Soziales Jahr Pädagogik an der Fichte-Grundschule in Bautzen. Zwölf Monate hatte der 20-Jährige Zeit, um seinen Berufswunsch zu überprüfen.

Steckbrief

Name: Hans Kowollik
Alter: 20 Jahre
Abitur: 2015
Leistungskurse: Mathe, Physik
Macht gerade: Grundschullehramt studieren
Und später? Lehrer werden

„Vor dem Abi habe ich schon länger darüber nachgedacht, Grundschullehramt zu studieren“, erzählt Hans Kowollik. Dass er gerne mit Kindern arbeiten möchte, wusste er bereits seit einem Schülerpraktikum an einer Montessori-Schule. Außerdem war er schon in den Ferien als Jugendbetreuer tätig. „Ein FSJ Pädagogik erschien mir dennoch eine gute Möglichkeit, um sicherzugehen, dass der Lehrerberuf wirklich zu mir passt.“

Beworben hatte er sich online über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die das FSJ Pädagogik in Sachsen organisiert. „Bei der Bewerbung musste ich unter anderem Fragen zu meiner Motivation beantworten und angeben, an welcher Schule ich eingesetzt werden möchte“, erklärt er. Seine Wahl fiel auf die Fichte-Grundschule in Bautzen, bei der er sich persönlich vorgestellt hatte.

Unterstützung im Unterricht

Das FSJ an der Fichte-Grundschule fing mit dem Beginn des neuen Schuljahrs im August 2015 an. In der Woche zuvor fand für alle Teilnehmer des FSJ Pädagogik eine Einführungswoche statt. „Wir lernten zum Beispiel, welche Präsentationstechniken man im Unterricht anwenden kann, außerdem organisierte die DKJS einen Erste-Hilfe-Kurs“, erinnert er sich.

An der Fichte-Grundschule wurde Hans Kowollik der Lehrerin der Klasse 3b zugeteilt: „Meine Aufgabe war es, den Unterrichtsbetrieb zu unterstützen und den Kindern beim Bearbeiten von Aufgaben zu helfen. Außerdem habe ich unter anderem auch Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, Aufgaben korrigiert oder verschiedene Aufsichten übernommen.“ Darüber hinaus begleitete und betreute er geflüchtete Kinder aus den DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) und half bei der Nachmittagsgestaltung im Hort.

Projekt: Trommel-AG

Ein Porträt-Foto von Hans Kowollik

Hans Kowollik

Foto: privat

Da Hans Kowollik selbst Schlagzeug spielt, rief er außerdem ein eigenständiges Projekt – die Trommel-AG – ins Leben: „Die Nachfrage war so groß, dass ich die Schüler sogar auslosen musste. Mit so viel Interesse hatte ich gar nicht gerechnet“, freut er sich. „Am letzten Schultag vor den Sommerferien hatte ich mit meiner Gruppe eine Aufführung. Die ganze Schule hat mitgeklatscht und war begeistert – das hat mir viel bedeutet.“

An den insgesamt 25 Bildungstagen im Rahmen des FSJ fanden ergänzend zur Arbeit an der Schule Seminare und Veranstaltungen statt. „Wir diskutierten zum Beispiel verschiedene Unterrichtsformen oder sprachen auch über Themen wie Flucht und Asyl“, berichtet der 20-Jährige. „Wir unternahmen aber auch Ausflüge, zum Beispiel zur Universität Leipzig oder zum Bundesrat in Berlin, wo wir uns mit den politischen Grundlagen des Bildungssystems befassten."

Mit gutem Gefühl ins Studium

Während seines gesamten Freiwilligendienstes war Hans Kowollik sozial- und krankenversichert. Von der DKJS bekam er im Monat 150 Euro Taschengeld sowie einen Zuschuss in Höhe von 150 Euro für Unterkunft und Verpflegung. „Da ich in der Zeit bei meinen Eltern gewohnt habe, bin ich damit gut ausgekommen.“

Obwohl es nicht immer leicht war, sich in der Klasse durchzusetzen und alle Kinder zu motivieren, hat er schnell gemerkt, dass ihm die Arbeit als Lehrer liegt: „Der Zuspruch von den Lehrern, vor allem von meiner Anleiterin, hat mich in meiner Entscheidung, Grundschullehramt zu studieren, zusätzlich bestärkt“, erklärt Hans Kowollik. „Außerdem bin ich viel selbstbewusster geworden.“

Seit Oktober 2016 studiert er nun an der Uni Leipzig. „Dass ich schon so viel praktische Erfahrung habe, bringt mir im Studium häufig Vorteile“, sagt er. Und das Beste: „Ich weiß genau, warum ich hier bin und dass es das Richtige für mich ist.“

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Pädagogik

Das Freiwillige Soziale Jahr Pädagogik ist ein zwölfmonatiger Freiwilligendienst an einer sächsischen Grund-, Ober- oder Förderschule oder einem Gymnasium. Das FSJ startet jeweils mit dem Beginn eines Schuljahres und endet mit den darauffolgenden Sommerferien. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt läuft das Programm unter dem Titel FSJ Schule.

 

 

 

abi>> 21.04.2017