Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Noch mehr Einser-Abiturienten ins Medizinstudium?

Zulassung

Noch mehr Einser-Abiturienten ins Medizinstudium?

Die Abiturnote darf nicht das einzige Kriterium dafür sein, ob Bewerber zum Medizinstudium zugelassen werden: Das entschied das Bundesverfassungsgericht vor rund einem Jahr. Die Kultusminister der Bundesländer müssen das bisherige System bis Ende 2018 überarbeiten – und veröffentlichten nun ihren Lösungsentwurf.

Bisher wurden die Plätze in dem bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang über drei Quoten vergeben: 20 Prozent Abiturnote, 20 Prozent Wartesemester und 60 Prozent hochschuleigene Verfahren – wobei bei Letzteren die Abinote meist auch ein wichtiges Kriterium ist. Das Bundesverfassungsgericht bemängelte nicht nur, dass der Fokus zu stark auf der Abinote liege, sondern auch, dass das Abitur in den einzelnen Bundesländern nicht vergleichbar sei.

Die Kultusministerkonferenz (KMK), der Zusammenschluss der für Bildung und Forschung zuständigen Ministerien der Länder, hat nun den Entwurf des Staatsvertrags präsentiert: Sie will künftig sogar 30 Prozent der Studienplätze für die besten Abiturienten reservieren. Neu ist zudem die sogenannte Eignungsquote für 10 Prozent der Plätze: Sie ersetzt die alte Wartezeitenregelung und basiert ausschließlich auf Kriterien abseits von Schulnoten. Welche Kriterien hier gemeint sind, soll demnächst definiert werden. 60 Prozent der Plätze vergeben wie bisher die Hochschulen, wobei neben der Abinote mindestens ein notenunabhängiges Kriterium angewandt werden soll, zum Beispiel ein fachspezifischer Studieneignungstest wie der Test für medizinische Studiengänge (TMS). Auch Unterquoten auf Länderebene wären denkbar, um den Fokus von der Abinote hin zu anderen Kriterien zu verlagern.

Das neue Verfahren könnte zum Sommersemester 2020 in Kraft treten. Für alle derzeitigen Bewerber soll in der Übergangsphase ein Punktesystem eingeführt werden, das beispielsweise bereits geführte Bewerbungsgespräche, Wartesemester und ähnliches anrechnet.

abi>> 07.12.2018

weitere beiträge

andere beiträge der rubrik