Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin stuiden

Mein letztes Semester

Nach gefühlt unzähligen Semestern war es schließlich so weit: Mein letztes Semester im Medizinstudium ging zu Ende. Während ich meine letzten Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht absolvierte, versuchte ich dem „Nostalgie-Sog“ vieler Kommilitonen zu entkommen. Was deutlich schwerer war als gedacht, denn es war tatsächlich ein komisches Gefühl zu wissen, dass das Studium bald vorbei sein würde und das Staatsexamen vor der Tür steht. Aber irgendwie gingen bei mir dann doch alle sentimentalen Gefühle im Dissertationsstress unter. Und auf einmal wachte ich auf und dachte: Okay, du musst jetzt das letzte Mal um 8.15 Uhr zu einer Vorlesung. Deine Kommilitonen siehst du jetzt nur noch in deiner Freizeit. In zwei Stunden ist der Uni-Alltag vorbei. Und damit war die Sentimentalität auf einen Schlag doch da.
Die letzte Vorlesung war ziemlich gut. Wie schon fast alle Kinderheilkunde-Vorlesungen zuvor. Der Professor schaffte es, die Stimmung im Saal aufzugreifen und uns Tipps mitzugeben. So viel persönliche Anteilnahme hatte bislang kaum ein Professor erkennen lassen. Und auch die entscheidende pädiatrische Botschaft gab er uns mit auf den Weg: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!“.
Nach neun Semestern, in denen ich extrem viel über Erwachsenenmedizin gelernt hatte, war ich im Abschluss-Semester doch ziemlich erstaunt, wie anders Kinder funktionieren. Es kommt eben nicht von ungefähr, dass Pädiatrie ein eigenständiges, ziemlich großes Fachgebiet in der Humanmedizin ist.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Mar 5, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Mar 5, 2019

Medizin studieren

Ein kurzes für immer

In meinen bisherigen Blogbeiträgen habe ich immer wieder durchblicken lassen, dass es jemanden an meiner Seite gibt. Nun ist nach fast drei Jahren Beziehung Schluss. Kennengelernt haben wir uns im ersten Semester, haben also dieses Studium gemeinsam begonnen, Münster gemeinsam erkundet und zu unserer Stadt gemacht. Alles dort war mit ihr verbunden, mein Uni-Alltag, meine Freizeit und auch sonst alles. Wir haben zusammen gelernt, hatten gemeinsame Freunde, trieben zusammen Sport, waren gemeinsam in Nepal, durchstanden das Physikum, feierten die Nächte durch, zitterten gemeinsam vor Prüfungen und unterstützten uns bei all unseren Projekten. Sie stand mir auch bei, als Oma und kurz darauf Opa starb.
Irgendwann haben wir jedoch gemerkt, dass unsere Zweisamkeit uns eher einsam macht und uns nicht mehr so bereichert, wie wir uns das wünschen. Wir waren aber dankbar für die Zeit, die Erfahrungen, die Erlebnisse, die Tränen, die Freude, die lehrreichen Stunden und die Möglichkeiten, die wir miteinander hatten. Wir haben es über weite Strecken stets geschafft, einander herauszufordern und zu bereichern. Ich muss zugeben, dass ich aus eigenen Motiven nicht nach Nepal gegangen wäre – die treibende Kraft war sie, sie hat mich aus meiner Komfortzone herausgeholt, etwas in mir geweckt, das bisher unentdeckt blieb. Leider haben wir uns so auch verloren.
Die Trennung ist nun einige Wochen her. Es geht uns beiden gut, wir fokussieren uns auf uns selbst, auf unsere Träume, Wünsche und Vorstellungen. Sie hat bereits zwei Stipendien in der kurzen Zeit abgeräumt. Sie geht ihren Weg, greift die Doktorarbeit bald an und hat Zeit für all ihr Engagement, vor dem ich stets Respekt hatte. Mit Stolz blicke ich auf unser „kurzes für immer“, wie Tiemo Hauer es in einem Song so schön gesagt hat zurück. Dieses Ende stellt ebenso einen Beginn dar. So einiges hat sich entwickelt. Ich freue mich darauf, es euch zu erzählen.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Feb 28, 2019

Medizin studieren

Schlussspurt Doktorarbeit

Als mein letztes Studiensemester begann, lag ich auch mit meiner Dissertation in den letzten Zügen. Ich musste nur noch wenige Änderungen einfügen und einen abschließenden Vortrag über das Forschungsprojekt und den aktuellen Stand halten.
Ich konnte mich kaum von meiner Arbeit lösen, bis ich mich dann – mit gemischten Gefühlen – schließlich doch zum Copyshop aufmachte, um die Arbeit in den Druck zu geben. Die letzten Tage waren enorm nervenaufreibend gewesen. Umso länger ich mich mit der Arbeit beschäftigte, umso unsicherer wurde ich. Mir kamen Zweifel, ob ich mit dieser Arbeit wirklich das Recht verdient hätte, einen Doktortitel zu tragen. Gefühle, die, so hörte ich, ziemlich vielen Doktoranden durch den Kopf gehen.
Als die Arbeit dann gedruckt war, ging ich nach Hause und blätterte sie nochmal durch – das hätte ich wohl nicht tun sollen. Denn selbstverständlich habe ich Fehler entdeckt, die mir durchgerutscht sind. In diesem Fall einer, den ich nicht stehen lassen konnte.
Der Besitzer des Copyshops lachte, als ich am nächsten Tag wieder da stand und das Ganze nochmal ausdrucken lassen wollte. Aber Verständnis hatte er auch und gab mir netterweise einen Rabatt. Er sagte: „Ich möchte an deinem Stress ja auch nicht übermäßig viel verdienen!“ Das werde ich so schnell jedenfalls nicht vergessen.
Wie auch immer, das Einreichen der Arbeit im Promotionsbüro war ein unglaublich erleichterndes Gefühl. Eine Last, die mich zweieinhalb Jahre begleitet hatte, wurde mir von den Schultern genommen!
Die nächste Herausforderung kündigte sich zwar schon an, aber zunächst wurde die Abgabe gefeiert – eins nach dem anderen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Feb 26, 2019