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Medizin studieren

Ein kurzes für immer

In meinen bisherigen Blogbeiträgen habe ich immer wieder durchblicken lassen, dass es jemanden an meiner Seite gibt. Nun ist nach fast drei Jahren Beziehung Schluss. Kennengelernt haben wir uns im ersten Semester, haben also dieses Studium gemeinsam begonnen, Münster gemeinsam erkundet und zu unserer Stadt gemacht. Alles dort war mit ihr verbunden, mein Uni-Alltag, meine Freizeit und auch sonst alles. Wir haben zusammen gelernt, hatten gemeinsame Freunde, trieben zusammen Sport, waren gemeinsam in Nepal, durchstanden das Physikum, feierten die Nächte durch, zitterten gemeinsam vor Prüfungen und unterstützten uns bei all unseren Projekten. Sie stand mir auch bei, als Oma und kurz darauf Opa starb.
Irgendwann haben wir jedoch gemerkt, dass unsere Zweisamkeit uns eher einsam macht und uns nicht mehr so bereichert, wie wir uns das wünschen. Wir waren aber dankbar für die Zeit, die Erfahrungen, die Erlebnisse, die Tränen, die Freude, die lehrreichen Stunden und die Möglichkeiten, die wir miteinander hatten. Wir haben es über weite Strecken stets geschafft, einander herauszufordern und zu bereichern. Ich muss zugeben, dass ich aus eigenen Motiven nicht nach Nepal gegangen wäre – die treibende Kraft war sie, sie hat mich aus meiner Komfortzone herausgeholt, etwas in mir geweckt, das bisher unentdeckt blieb. Leider haben wir uns so auch verloren.
Die Trennung ist nun einige Wochen her. Es geht uns beiden gut, wir fokussieren uns auf uns selbst, auf unsere Träume, Wünsche und Vorstellungen. Sie hat bereits zwei Stipendien in der kurzen Zeit abgeräumt. Sie geht ihren Weg, greift die Doktorarbeit bald an und hat Zeit für all ihr Engagement, vor dem ich stets Respekt hatte. Mit Stolz blicke ich auf unser „kurzes für immer“, wie Tiemo Hauer es in einem Song so schön gesagt hat zurück. Dieses Ende stellt ebenso einen Beginn dar. So einiges hat sich entwickelt. Ich freue mich darauf, es euch zu erzählen.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  28.02.2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
28.02.2019

Medizin studieren

Schlussspurt Doktorarbeit

Als mein letztes Studiensemester begann, lag ich auch mit meiner Dissertation in den letzten Zügen. Ich musste nur noch wenige Änderungen einfügen und einen abschließenden Vortrag über das Forschungsprojekt und den aktuellen Stand halten.
Ich konnte mich kaum von meiner Arbeit lösen, bis ich mich dann – mit gemischten Gefühlen – schließlich doch zum Copyshop aufmachte, um die Arbeit in den Druck zu geben. Die letzten Tage waren enorm nervenaufreibend gewesen. Umso länger ich mich mit der Arbeit beschäftigte, umso unsicherer wurde ich. Mir kamen Zweifel, ob ich mit dieser Arbeit wirklich das Recht verdient hätte, einen Doktortitel zu tragen. Gefühle, die, so hörte ich, ziemlich vielen Doktoranden durch den Kopf gehen.
Als die Arbeit dann gedruckt war, ging ich nach Hause und blätterte sie nochmal durch – das hätte ich wohl nicht tun sollen. Denn selbstverständlich habe ich Fehler entdeckt, die mir durchgerutscht sind. In diesem Fall einer, den ich nicht stehen lassen konnte.
Der Besitzer des Copyshops lachte, als ich am nächsten Tag wieder da stand und das Ganze nochmal ausdrucken lassen wollte. Aber Verständnis hatte er auch und gab mir netterweise einen Rabatt. Er sagte: „Ich möchte an deinem Stress ja auch nicht übermäßig viel verdienen!“ Das werde ich so schnell jedenfalls nicht vergessen.
Wie auch immer, das Einreichen der Arbeit im Promotionsbüro war ein unglaublich erleichterndes Gefühl. Eine Last, die mich zweieinhalb Jahre begleitet hatte, wurde mir von den Schultern genommen!
Die nächste Herausforderung kündigte sich zwar schon an, aber zunächst wurde die Abgabe gefeiert – eins nach dem anderen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  26.02.2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
26.02.2019

Medizin studieren

Halten, was das Zeug hält

Ich habe drei Jahre als Nachtbereitschaft in einer Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen gearbeitet. Diese Arbeit hat mir stets viel Spaß gemacht, jedoch setzten mir die durchgearbeiteten Nächte auf Dauer immer stärker zu. Da kam es mir im Sommer ganz gelegen, als ein Freund nach einer Nachfolge für seine Stelle in der Tumororthopädie suchte, in der es insbesondere um Krebsarten in Knochen und Muskeln geht.
Nun arbeite ich bereits drei Monate jede Woche mindestens einmal im OP und muss sagen, dass mein bisheriges Fazit sehr positiv ist. Zwar ist der Job immens anstrengend und er verlangt mir einiges an Durchhaltevermögen, Geduld und Ruhe ab. Ich merke aber, wie ich von Dienst zu Dienst sicherer werde, mir die Abläufe klarer sind, und ich die Angst verliere, Fehler zu machen – denn die gehören leider dazu. Das Team ist freundlich und hilfsbereit und kümmert sich darum, dass man als Studierender einiges lernt. Oft sind es die gleichen Eingriffe – eine Knieprothese bleibt nun einmal eine Knieprothese – aber umso einfacher die Operation ist, umso mehr darf ich selbst machen. So durfte ich zum Beispiel einmal die Wunde am Ende der OP zunähen. Manchmal stehe ich aber auch zwei Stunden lang an derselben Stelle und halte zum Beispiel ein Bein in genau der gleichen Position, während ich unter dem kiloschweren Röntgenschutz schwitze wie bei einem Marathonlauf. Aber es ist eben ein Job, für den ich Geld bekomme. Es ist auch in Ordnung, dass nichts Aufregendes passiert, jedoch fehlt mir der Patientenkontakt. Im Operationssaal werden die Patienten zu Körperteilen, die operiert werden müssen – ohne persönlichen Bezug.
Im Großen und Ganzen kann ich aber empfehlen, als studentische Hilfskraft während des Medizinstudiums im Krankenhaus zu arbeiten. Man lernt viel dazu, die Aufgaben und Herausforderungen wachsen und man entwickelt sich weiter.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  22.02.2019