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Medizin studieren

Und weg war der Bus

Einen Bus zu verkaufen, bringt nicht viel Freude. In meiner Anzeige hatte ich extra geschrieben, dass ich nicht an Händler abgebe, die mir den Bus zu Halsabschneider-Preisen abkaufen wollen. Das hat diese jedoch nicht daran gehindert, es dennoch zu versuchen: Kaum war die Annonce online, klingelte mein Handy im Stundentakt.
Gespräche wie dieses kamen mehr als einmal vor:
„Hallo?!“
„Hallo, ist der Bus noch da?“
„Ah, Sie rufen wegen dem T4 Caravelle an!“
„Ja. Aber es ist kein original Caravelle, er hat nur sieben Sitze!“
„Ähm doch, das ist ein Original-Caravelle von VW. Die mittlere 3er Sitzbank ist nur gegen eine 2er Sitzbank ausgetauscht worden, deswegen hat der Bus nur sieben Sitze.“
„Nein, dann ist es kein Original! Ich bezahle 4.000 Euro!
„Ähm, also das ist ein Original Caravelle, aber bei dem Preis müssen wir eh nicht weiter miteinander sprechen.“
Zum Glück enden Gespräche dieser Art recht zügig.
Nach drei Wochen kam ein junges Paar aus Düsseldorf vorbei. Die beiden waren so begeistert vom Bus, dass sie ihn nach einer Stunde Probefahrt, Werkstattcheck und längerem Überlegen direkt mitnahmen.
So hatte ich doppelt Glück: Einerseits war ich einen erheblichen Stressfaktor in kurzer Zeit losgeworden, andererseits wusste ich das Auto in guten Händen. Wenn man mal über drei Monate in einem Auto gelebt hat und knapp 20.000 Kilometer in weniger als einem Jahr damit zurückgelegt hat, wächst es einem eben doch ans Herz.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  19.01.2018

Medizin studieren

Auszeit

Nach drei sehr turbulenten Wochen, die einem sehr unturbulenten Sommer gefolgt waren, hatte ich sehr schnell das Bedürfnis, ein Wochenende komplett abzuschalten. Ich wollte nicht mehr über Autos und Rechner oder meine Doktorarbeit nachdenken. Also entschloss ich mich, nach längerer Zeit mal wieder in die Heimat zu fahren, um Freunde und Familie zu besuchen.
Kaum angekommen, zeigte die Entscheidung Wirkung, denn innerhalb kürzester Zeit kehrte in mir wieder eine gewisse Ruhe, ja sogar Gleichgültigkeit ein. Ein Wochenende bekocht zu werden, nur über schöne Dinge nachzudenken und Gespräche mit Leuten zu führen, auf die man tatsächlich Lust hat, ist Gold wert. Ganz abgesehen davon, mal wieder in der Fränkischen Schweiz Klettern gehen zu können, ein Schäuferle zu essen und so lange zu schlafen, wie es das gute Gewissen eben zulässt …
Doch leider hat so eine Auszeit immer auch ein Ablaufdatum. Und so warf ich mich Sonntagabend wieder in den Zug zurück nach Münster, um die kommenden Aufgaben in Angriff zu nehmen: die Doktorarbeit vorantreiben und mit dem Schreiben anfangen, den verpassten Uni-Stoff nacharbeiten, mal wieder Sport treiben, das Verkaufen des Busses in die Wege leiten und mich letzten Endes mit dem Kauf eines neuen Laptops auseinandersetzen. Denn bei allem guten Willen, ohne eigenen Rechner schreibt sich eine Doktorarbeit verdammt schwer!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.01.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
12.01.2018

Medizin studieren

Murphy’s Law - 2

Gerade hatte ich mich damit abgefunden, einen großen Teil meines Winterurlaub-Budgets für einen neuen Rechner ausgeben zu müssen, da kam der Anruf aus der Autowerkstatt, wo mein Bus auf seine Hauptuntersuchung wartete.
Ausgegangen war ich von reiner Routine: Dienstag in die Werkstatt, Donnerstag mit neuem TÜV wieder vor meiner Haustür. Aber wenn alles schiefgeht, geht eben wirklich alles schief.
„Tolles Auto haben Sie da, echt guter Zustand, ABER es muss leider was gemacht werden, damit der die Plakette bekommt.“ Kostenpunkt: Faktor zehn der einkalkulierten Kosten. Puh. Das war heftig, nach dem Anruf wusste ich erstmal nicht weiter.
Hatte ich irgendetwas verbrochen? Oder warum entlud sich der offensichtliche Zorn irgendeines nicht direkt zugänglichen Wesens innerhalb von 24 Stunden dermaßen unvorbereitet über mein Haupt?
Bis jetzt bin ich nicht schlauer, ich weiß nur: So sehr einem das Herz in der Situation auch in die Hose rutschen mag, es wird auch wieder besser – früher oder später. Nach zwei Wochen konnte ich dann auch schon wieder sagen: Es waren „nur“ Computer und Auto, nicht Haus oder Familie. Geld ist weg, aber es ist eben auch nur Geld. Und so abgedroschen das klingen mag: Es ist nicht annähernd so wichtig, wie viele andere Dinge im Leben, die man eben nicht für Geld bekommt. Vielleicht hat mich der momentan fast tägliche Patientenkontakt in der Psychiatrie ein wenig demütig werden lassen. Jedenfalls habe ich das Gefühl, im Gegensatz zu vielen von diesen vom Leben gebeutelten Patienten wirklich auf der schönen Seite des Lebens zu stehen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  04.01.2018