Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Keine Ausreden mehr

Nach ein paar Laptop-losen Wochen, die zugegebenermaßen ätzend waren, kam endlich mein neuer Rechner an. Dabei war es wirklich erstaunlich, wie wenig ich mich darüber freuen konnte: Bis jetzt hatte ich mich, wenn ich viel Geld in die Hand genommen hatte, immer in irgendeiner Form über das Erstandene gefreut – mal abgesehen von Autoreparaturen. Doch nicht so bei diesem Rechner: Er enthielt nach einem Backup all meine alten Daten, sah auch recht ähnlich aus und ich stellte nach ein paar Minuten fest, dass sich nichts im Vergleich zum Vorgänger geändert hatte – außer, dass dieses Ding im Gegensatz zum alten Laptop halt funktionierte.
Und das hatte zwangsläufig zur Konsequenz, dass ich nun absolut keine Ausrede mehr hatte, mich nicht an das Schreiben der Doktorarbeit machen zu können. Hatte ich mich die Wochen zuvor auch darum gedrückt, mal das eine oder andere Paper zu lesen, gab es jetzt nicht den geringsten Grund zu weiterem Aufschub.
Wie das aber so ist, erfindet man in so einem Fall Gründe, die ihrerseits wiederum ein unendlich schlechtes Gewissen zur Folge haben. Das macht mich aber noch unproduktiver. Deswegen beschloss ich, noch drei Tage zu vertrödeln und dann mit neuer Energie durchzustarten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  26.01.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
26.01.2018

Medizin studieren

Und weg war der Bus

Einen Bus zu verkaufen, bringt nicht viel Freude. In meiner Anzeige hatte ich extra geschrieben, dass ich nicht an Händler abgebe, die mir den Bus zu Halsabschneider-Preisen abkaufen wollen. Das hat diese jedoch nicht daran gehindert, es dennoch zu versuchen: Kaum war die Annonce online, klingelte mein Handy im Stundentakt.
Gespräche wie dieses kamen mehr als einmal vor:
„Hallo?!“
„Hallo, ist der Bus noch da?“
„Ah, Sie rufen wegen dem T4 Caravelle an!“
„Ja. Aber es ist kein original Caravelle, er hat nur sieben Sitze!“
„Ähm doch, das ist ein Original-Caravelle von VW. Die mittlere 3er Sitzbank ist nur gegen eine 2er Sitzbank ausgetauscht worden, deswegen hat der Bus nur sieben Sitze.“
„Nein, dann ist es kein Original! Ich bezahle 4.000 Euro!
„Ähm, also das ist ein Original Caravelle, aber bei dem Preis müssen wir eh nicht weiter miteinander sprechen.“
Zum Glück enden Gespräche dieser Art recht zügig.
Nach drei Wochen kam ein junges Paar aus Düsseldorf vorbei. Die beiden waren so begeistert vom Bus, dass sie ihn nach einer Stunde Probefahrt, Werkstattcheck und längerem Überlegen direkt mitnahmen.
So hatte ich doppelt Glück: Einerseits war ich einen erheblichen Stressfaktor in kurzer Zeit losgeworden, andererseits wusste ich das Auto in guten Händen. Wenn man mal über drei Monate in einem Auto gelebt hat und knapp 20.000 Kilometer in weniger als einem Jahr damit zurückgelegt hat, wächst es einem eben doch ans Herz.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  19.01.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
19.01.2018

Medizin studieren

Auszeit

Nach drei sehr turbulenten Wochen, die einem sehr unturbulenten Sommer gefolgt waren, hatte ich sehr schnell das Bedürfnis, ein Wochenende komplett abzuschalten. Ich wollte nicht mehr über Autos und Rechner oder meine Doktorarbeit nachdenken. Also entschloss ich mich, nach längerer Zeit mal wieder in die Heimat zu fahren, um Freunde und Familie zu besuchen.
Kaum angekommen, zeigte die Entscheidung Wirkung, denn innerhalb kürzester Zeit kehrte in mir wieder eine gewisse Ruhe, ja sogar Gleichgültigkeit ein. Ein Wochenende bekocht zu werden, nur über schöne Dinge nachzudenken und Gespräche mit Leuten zu führen, auf die man tatsächlich Lust hat, ist Gold wert. Ganz abgesehen davon, mal wieder in der Fränkischen Schweiz Klettern gehen zu können, ein Schäuferle zu essen und so lange zu schlafen, wie es das gute Gewissen eben zulässt …
Doch leider hat so eine Auszeit immer auch ein Ablaufdatum. Und so warf ich mich Sonntagabend wieder in den Zug zurück nach Münster, um die kommenden Aufgaben in Angriff zu nehmen: die Doktorarbeit vorantreiben und mit dem Schreiben anfangen, den verpassten Uni-Stoff nacharbeiten, mal wieder Sport treiben, das Verkaufen des Busses in die Wege leiten und mich letzten Endes mit dem Kauf eines neuen Laptops auseinandersetzen. Denn bei allem guten Willen, ohne eigenen Rechner schreibt sich eine Doktorarbeit verdammt schwer!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.01.2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
12.01.2018