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Zwischen Bachelor und Master

Back to school ...

… heißt es für mich, wenn ich alle zwei Wochen Deutsch an einer Grundschule in einem Dorf in Südböhmen unterrichte. Eine überaus spannende Erfahrung!
Eine Freundin, die an eben dieser Schule Deutsch unterrichtet, war auf der Suche nach einem Muttersprachler, um ihren Schülern die deutsche Sprache noch näherzubringen. Und da stehe ich nun also und assistiere im Deutschunterricht.
Bereits nach zwei Einsätzen konnte ich feststellen: In tschechischen Schulen läuft so einiges anders als in deutschen. Da sind etwa die Klassenstufen: Die Grundschule geht bei unseren östlichen Nachbarn bis zur neunten Klasse, erst dann besucht man die Mittelschule oder das Gymnasium. Und auch sonst gibt es Unterschiede. Im Eingangsbereich der Schule werden in einer Art „Schleuse“. die Sachen abgelegt, die Straßenschuhe aus- und die Hausschuhe angezogen. Und das Schulgebäude scheint sich seit den 70er-Jahren kaum verändert zu haben. Dann sind da noch Details, die man wohl so in Deutschland nie finden würde: Zum Beispiel hängt in jedem Zimmer das Staatswappen der Tschechischen Republik eingerahmt an der Wand und im Rektorenzimmer sogar das Portrait des Präsidenten.
Der Unterricht ist jedoch sehr modern, zumindest hat meine Freundin einen fortschrittlichen Unterrichtsstil. Die Lehrbücher bleiben nicht selten geschlossen, stattdessen werden Methoden der Theaterpädagogik angewandt. Die Schüler haben so tatsächlich eine Menge Spaß beim Lernen. Und die Unterrichtenden auch!
Der Umgang mit den Schülern ist für mich eine tolle Erfahrung und bringt mich weiter – bisher hatte ich ja nur erwachsene Menschen unterrichtet. Dennoch ist es manchmal nicht ganz einfach: Pubertierende Jugendliche sind eben pubertierende Jugendliche. Ganz egal, ob in Tschechien oder in Deutschland.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  19.02.2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
19.02.2019

Zwischen Bachelor und Master

Hallo Goethe

Seit Mitte Januar bin ich Praktikant im Prager Goethe Institut, das in einem prächtigen Gebäude am Ufer der Moldau sitzt. Früher befand sich hier im Gebäude die Botschaft der DDR und man hat einen famosen Blick auf die Prager Burg, das Nationaltheater und das Parlament.
In diesem geschichtsträchtigen Haus habe ich meinen Platz in der Programmabteilung. Hier werden die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen des Instituts geplant und organisiert. Das derzeitige Hauptthema ist „Krimiliteratur als Spiegel der Gesellschaft“ und ich freue mich schon sehr auf die bevorstehenden Lesungen und Filmvorführungen.
Eine meiner Hauptaufgaben ist die Betreuung der Veranstaltungsübersicht auf der Webseite. Das ist gar nicht so einfach, aber langsam finde ich mich in die Strukturen des Content Management Systems hinein und lerne dabei eine Menge. Außerdem betreue ich die Datenbank des zentralen Prager Filmarchivs und wirke an den Vorbereitungen eines großen deutschsprachigen Festivals mit, das im Oktober 2019 wieder in Prag stattfinden wird.
Bereits nach einer Woche bin ich tief beeindruckt von der Arbeit und Funktionsweise des Goethe Instituts, dieser „Kulturbotschaft“ Deutschlands in Tschechien. Hier im Prager Team fühle ich mich auf jeden Fall jetzt schon überaus wohl. Während man im tschechischen Parlament eben über die aktuellen Nachrichten und Zeitungsartikel und die jüngste Rede des Präsidenten diskutierte, spricht man jetzt über diese eine Sendung im Deutschlandfunk Kultur oder wertet gemeinsam eine Theaterinszenierung aus. Ich bin schon gespannt, was mich in meinen kommenden sechs Monaten im „Goethe“ noch alles erwartet!

Zwischen Bachelor und Master

Vom Hörsaal ins Parlament - Teil 2

Höhepunkte während meines Praktikums gab es viele: Gerade frischgebackener Praktikant im Abgeordnetenhaus des tschechischen Parlaments, stand direkt in der ersten Woche ein Staatsbesuch an – und ich durfte daran teilnehmen! Der Präsident der Republik Mazedonien gab sich die Ehre. Für mich war das eine überaus spannende Erfahrung!
Zu den unvergesslichen Momenten meines Praktikums zählt aber auch das Vertrauensvotum gegen die Regierung im November 2018. Ich war mittendrin, als das tschechische Parlament eine seiner wichtigsten Kontrollfunktionen ausübte. Wie die einzelnen Abgeordneten namentlich aufgerufen wurden und abstimmten und dann schließlich das Ergebnis verkündet wurde, wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein weiterer Höhepunkt war der Empfang der Auswahlkommission für die tschechischen Praktikanten im Bundestag. Hier war ich nun wiederum Teil der tschechischen Delegation. An dem Tisch, an dem zuvor der mazedonische Präsident saß – so wie viele wichtige Menschen vor und nach ihm – saß nun auch ich.
Was hat mir mein Praktikum gebracht? Eine Menge! Ich bekam einen tiefen Einblick in die Funktionsweise des tschechischen Parlaments, die Arbeit der Abgeordneten und des Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Ich erfuhr, wie hier der Begriff „Politik“ mit Leben gefüllt wurde und konnte einen komplett neuen Blick auf mein Studienfeld und auf Tschechien werfen. Meine Erlebnisse werden noch lange nachwirken. Das Geschehen im Abgeordnetenhaus werde ich in Zukunft mit anderen Augen verfolgen.
Als meine drei Monate im Parlament zu Ende gegangen waren, verließ ich meinen Schreibtisch und zog aus der Nerudova-Straße aus. Ich bin gespannt, was mich in den kommenden sechs Monaten im Prager Goethe-Institut erwartet, wo ich ein weiteres Praktikum absolvieren werde.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  30.01.2019