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Studieren im Ausland

Ein wenig wie Schule

An der Uni in Taiwan merkte ich, wie sehr ich mich bereits an das deutsche Hochschulsystem gewöhnt hatte: Studien- und Prüfungsordnung, Statistikklausuren und Hausarbeiten – all das war mir vor zwei Jahren noch fremd. Nach vier Semestern in Bonn sind mir diese Dinge aber so vertraut, dass ich beinahe überrascht war, wie anders es in Taiwan läuft.
Der größte Unterschied: In Taiwan gibt es „mündliche Noten“, wie wir sie aus der Schule kennen. Jeder Dozent kann selbst entscheiden, wie sich die Endnoten, die wir pro Seminar bekommen, zusammensetzen: Für einige bedeutet das, dass zur Hälfte die mündliche Mitarbeit sowie ein Referat und zur anderen Hälfte die Hausarbeit am Ende des Semesters zählen. In anderen Seminaren kommen noch weitere Faktoren hinzu. Für mich ist das neu: In Bonn mussten wir zwar auch eine Studienleistung wie einen Essay oder ein Referat erbringen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Dass diese benotet wird und relevant für meine Endnote ist, kannte ich bisher noch nicht.
Ein weiterer Unterschied: Das Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden empfinde ich als persönlicher. Als mich ein Professor mit meinem Vornamen ansprach, habe ich gar nicht darauf reagiert. In Deutschland werden wir schließlich gesiezt. Mir gefällt diese vertraute Atmosphäre aber gut. Die Professoren sind offener und erzählen zum Beispiel, woran sie selbst gerade forschen. In Bonn wusste ich das bei den meisten meiner Dozenten nicht: So richtig neugierig auf die Forschung bin ich deshalb auch erst hier geworden!

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  18.01.2019

Studieren im Ausland

Endspurt in Seoul

Nach einem kurzen Blick auf den Kalender ist mir klar geworden, dass mein Semester in Seoul schon bald zu Ende ist. Ich kann mir gerade noch gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn alle meine neuen Freunde auf der ganzen Welt verteilt sind und wir uns nicht mehr abends in der Küche treffen können. Ich habe das Glück, dass ich nach dem Ende des Semesters nicht direkt wieder zurückfliege, sondern noch ein wenig Zeit in Seoul verbringen kann. Mir sind so viele Menschen ans Herz gewachsen, so viele Orte haben für mich eine Bedeutung bekommen und selbst der regelmäßige Besuch bestimmter Restaurants ist mir ins Blut übergegangen. Nach nur wenigen Monaten in dieser wundervollen, aber auch ermüdenden Stadt fühle ich mich wie ein Teil von Seoul. Seoul hat mich so intensiv leben und erleben lassen. Alles was ich von Seoul erwartet habe, ist wahr geworden und ich bin hier glücklich.

Momentan scheinen auch meine Professoren den Zeitdruck zu spüren und bombardieren uns mit Arbeit. Essays, Deadlines und Projekte nehmen kein Ende und ich habe jedoch das Gefühl, dass ich die Zeit dadurch noch intensiver erlebe. Wir müssen für die Universität funktionieren und wie am Laufband liefern, aber gleichzeitig schaffen wir es, die Stadt zu entdecken und die Zeit auszukosten. Dadurch leidet allerdings mein Schlaf. Koreanische Studierende halten acht Stunden Schlaf für eine Utopie, die bei dem verlangten Arbeitspensum und einem erfüllten Sozialleben unmöglich sind. Das Leben hier lässt einem nicht die Möglichkeit, Langeweile zu empfinden. Ich finde, dadurch wirkt alles spannender, bunter, größer und rastloser. Schon in wenigen Wochen wird sich mein Leben ändern – ich will noch gar nicht daran denken. Wieder zurück nach Deutschland zu gehen, wo wir mir alles vertraut, aber alles so anders ist, wird sicher seltsam sein.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  16.01.2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
16.01.2019

Studieren im Ausland

Land der Extreme

Korea ist ein Land der Extreme – auch, was die Natur betrifft. Jeder der Korea besuchen möchte, sollte unbedingt im Oktober kommen, da der Herbst hier geradezu surreal ist. Die Bäume sind in den buntesten Herbstfarben getränkt und die Farben sind sehr intensiv. Auf Fotos sieht das fast schon unecht aus. Nun ist es Winter und alle hatten mich davor vorgewarnt, wie kalt es hier werden kann. Selbst die Finnen und Norweger haben angeblich Schwierigkeiten den koreanischen Winter zu überstehen. Momentan sind hier wadenlange gefütterte Daunenjacken der letzte Schrei. Jeder Zweite läuft mit einer solchen Jacke herum und der Universitätscampus scheint nur noch aus einer Wolke langer schwarzer Puffjacken zu bestehen. Koreaner legen sehr viel Wert auf Trends, da macht es auch nicht, dass eine solche Jacke schnell mehrere hundert Euro kostet.
Die Konformität in Seoul fällt mir sehr oft auf. Es gibt viele ungeschriebenen Regeln, die strikt befolgt werden und bei Nichtbefolgung für Unruhe sorgen. In der U-Bahn wird zum Beispiel kein Wort gesprochen und nur auf das Smartphone-Display gestarrt. Ich habe am Anfang des Semesters den Fehler gemacht, mich mit einer Freundin in der Bahn zu unterhalten. Nach einigen Minuten spürten wir die Blicke und nahmen uns als Eindringlinge in diesem lärmlosen Raum wahr.
Konformität gibt es auch an der Uni. Von den Studierenden wird selten eine eigene Meinung, Reflektion oder Diskussion erwartet. Nicht das Individuum ist wichtig, sondern die Gruppe. Es kann sehr bequem sein, sich in diese Konformität einzureihen und nicht erst seine Rolle oder Funktion finden zu müssen. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie eine kollektivistische Gesellschaft funktioniert.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  09.01.2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
09.01.2019