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Freiwilligendienst im Auland

Bonjour de France

Nach Wochen des Wartens und Vorbereitens war es endlich so weit: Ich saß im Flugzeug nach Paris, blickte hinaus in den strahlend blauen Himmel und flog meinem Freiwilligendienst in Frankreich entgegen. Zugegeben, der Abschied von meinen Eltern war mir schwergefallen. Das erste Mal alleine leben – und dann noch in einem anderen Land, das ist schon ein großer Schritt.
Trotzdem: Bei meiner Ankunft in Troyes wenige Stunden später gewannen meine Neugier und Vorfreude auf die kommenden Monate die Oberhand. Am Bahnhof wurde ich von meinem Tutor empfangen. Es war aufregend, mein Französisch endlich mal wieder außerhalb der Schule testen zu können, über das anstehende Jahr zu sprechen – und anschließend natürlich mein „neues Zuhause“ zum ersten Mal zu sehen. Die Wohnung entpuppte sich als sehr schön und geräumig, mit den anderen Freiwilligen habe ich sogar zwei Stockwerke zur Verfügung. Einziges Manko: der Gasherd, an dessen Bedienung ich gleich am ersten Abend scheiterte.
Weil ich abends angekommen war, erwartete ich mit Spannung den nächsten Morgen, an dem ich Troyes bei Tageslicht erkunden konnte – und wurde nicht enttäuscht! Ich spazierte in Richtung „centre-ville“ (Stadtzentrum) und war plötzlich von urigen, farbenfrohen Fachwerkhäusern und schnuckeligen Gässchen umgeben.
Es handelt sich vielfach um Architektur aus dem 16. Jahrhundert, die im Gegensatz zu anderen Städten der Region im Zweiten Weltkrieg verschont geblieben war. Besonders beeindruckend ist dabei die Kathedrale von Troyes. Ich kaufte mir an einem der zahlreichen Straßenstände einen Crêpe und ließ die neue Stadt auf mich wirken.
Mein erster Eindruck von Troyes war also durchweg positiv und ich warte nun gespannt auf die Ankunft der anderen vier Freiwilligen.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  08.01.2019

Freiwilligendienst im Ausland

Gedankenkreisel

Es ist zwei Uhr nachts und ich liege mal wieder hellwach im Bett. Meine Gedanken kreisen beständig um die kommenden Monate: Wird mir mein Europäischer Freiwilligendienst (EFD) gefallen? Finde ich mich ganz alleine in einer fremden Stadt zurecht? Was ist, wenn ich Heimweh bekomme?
Sorgen, Erwartungen, Vorfreude und Spannung hielten sich die Waage. Meine Vorbereitung auf den Freiwilligendienst war geradezu akribisch: Ich habe sämtliche Notfalladressen in Word-Dokumenten zusammengefasst, Deko für mein Zimmer in Frankreich gesammelt, Skype auf dem Rechner meiner Eltern installiert, eine Kreditkarte beantragt und mich durch sämtliche Klauseln meiner Versicherungsunterlagen gekämpft.
Doch seit einem Skype-Gespräch mit Maria, der letztjährigen Freiwilligen meiner Organisation, kommen mir immer wieder Zweifel an meiner Entscheidung für den EFD: Maria berichtete zwar von fantastischen Reisen, persönlichen Erfolgen, einer faszinierenden Sprache und neugewonnener Freiheit – aber eben auch von einem unorganisierten Alltag, lähmender Tatenlosigkeit während der Arbeitszeiten, mangelhafter Kommunikation und nicht funktionierenden Mitfahrgelegenheiten.
Vermutlich – das lese ich zumindest oft in Erfahrungsberichten – zeichnen genau diese gemischten Gefühle einen EFD aus, denn wie könnte in einem Jahr alles ausschließlich „absolut ätzend“ oder nur „wunderschön“ sein?
Die Frage ist, was am Ende überwiegt. Hoffentlich das Positive.
Ich freue mich jedenfalls darauf, besser Französisch zu lernen, meine Mitbewohnerinnen kennenzulernen und die neue Stadt zu erkunden. Ich hoffe auf viele interessante Eindrücke, neue Freundschaften, unvergessliche Momente und Erfahrungen. Und ich hoffe, dass ich nach diesem Jahr endlich in der Lage bin, meinen eigenen Haushalt zu führen.
Mit diesen Gedanken schlafe ich dann meistens ein.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  04.12.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Bewerbungswahnsinn - Teil 2

Nachdem ich eine Stelle für einen Europäischen Freiwilligendienst in Frankreich gefunden hatte, schlug ich mich durch sämtliche Abiturprüfungen und fuhr anschließend mit drei Freundinnen an die Mecklenburgische Seenplatte.
Doch während wir uns dort entspannten, Brettspiele spielten, gemeinsam kochten und badeten, kam die Hiobsbotschaft: Erasmus+ hatte das Projekt, in dem ich meinen Freiwilligendienst absolvieren wollte, nicht bewilligt. Von heute auf morgen und ohne jegliche Vorwarnung saß ich also zwei Monate vor dem geplanten Beginn des Freiwilligendienstes ohne Stelle da!
Ich versuchte mit aller Kraft, mir nicht den Urlaub vermiesen zu lassen. Sobald ich aber daheim ankam, stürzte ich mich wieder in den Bewerbungswahnsinn: Weil nahezu alle Bewerbungsfristen schon seit vielen Monaten abgelaufen waren, hatte ich nicht viel Hoffnung.
Trotzdem rief ich sämtliche Freiwilligendienstanbieter in Frankreich an, ließ mich von meiner örtlichen Agentur für Arbeit beraten, sprach mit der Studienberatung und bewarb mich auf FSJ-Stellen in meiner Heimatstadt.
Auch meine ursprüngliche Aufnahmeorganisation wollte mir helfen – und war erfolgreich! In einem Sozialzentrum in der Nähe hatte ein Freiwilliger kurzfristig abgesagt und ich durfte mich dort bewerben. So verschickte ich zum gefühlt fünfhundertsten Mal meinen Lebenslauf und ein Anschreiben – und wurde sofort genommen. Nach diesem Erlebnis war ich einfach nur erleichtert, dass doch noch alles gut gegangen ist.
Es bleibt die Erkenntnis, dass eine Bewerbung für den Europäischen Freiwilligendienst so einige Schwierigkeiten mit sich bringen kann – wobei ich vielleicht auch einfach Pech hatte. Ich hoffe, der Aufwand lohnt sich.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  05.11.2018