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Freiwilligendienst im Ausland

Abschiedsgefühle

Die Uhr tickt: Nicht einmal fünf Wochen bleiben mir mehr in Troyes – und mit jedem Tag scheint die Zeit schneller zu verfliegen. Da hier die Sommerferien schon Anfang Juli beginnen, habe ich vergangene Woche zum letzten Mal meine Kunstkurse gehalten. Und auch in der Spielebibliothek ändert sich der Arbeitsplan mit Beginn der Ferienzeit. Wie alle Freiwilligen aus der Region haben wir außerdem schon an einem letzten Seminartag mit unserem Tutor teilgenommen.

Seit einiger Zeit bin ich wegen dieser ersten Abschiedsgefühle wehmütig gestimmt. Dass ich gerade alleine in der WG bin, weil meine Mitbewohnerin zurzeit in Spanien ist, macht das baldige Ende meines Freiwilligendienstes noch realer. Ich finde es schade, gerade jetzt Abschied nehmen zu müssen. Schließlich fühle ich mich nun endlich in der französischen Sprache zu Hause und habe mich gut in Troyes eingelebt. Außerdem wacht die Stadt gerade aus ihrem langen Winterschlaf aus, denn dank der vielen Touristen sind die Straßen deutlich belebter als zuvor. Besonders gerne schlendere ich abends durch die engen Gassen, vorbei an den vielen alten Fachwerkhäusern, Bars und Restaurants und genieße die besondere Atmosphäre. Andererseits freue ich mich natürlich auch ein bisschen auf meine Rückkehr nach Deutschland. Schließlich werde ich dann auch meine Familie und Freunde wiedersehen. Außerdem bin ich auch auf mein Studium gespannt. Denn ich habe endlich eine Entscheidung getroffen: Ab Oktober möchte ich in Bamberg Psychologie studieren! Die Bewerbung ist abgeschickt und auch die Suche nach einem passenden WG-Zimmer hat begonnen.

Noch ist das Zukunftsmusik. Vor dem Ende meines Freiwilligendienstes habe ich noch einiges vor: Geplant sind u.a. ein mehrtägiger Aufenthalt in Paris mit den Jugendlichen aus dem Sozialzentrum, die Teilnahme an einem Seminar in Narbonne, sowie Reisen nach Marseille, Boulogne-sur-Mer und nach Lille. Meine letzten Wochen in Frankreich versuche ich also voll auszukosten.

Freiwilligendienst im Ausland

Französische Esskultur

Nicht umsonst heißt es „Leben wie Gott in Frankreich“. Nach acht Monaten hier kann ich bestätigen, dass die meisten Franzosen einen anderen Bezug zum Essen haben als der durchschnittliche Deutsche.
Ein Mittag- oder Abendessen unter Franzosen kann sich gut und gerne einmal über mehrere Stunden erstrecken. Das liegt vor allem an der Anzahl der Gänge: Eine „ordentliche“ Mahlzeit besteht schließlich aus Vorspeise, Hauptspeise, Fromage (Käse) und Dessert!
Sogar in französischen Jugendherbergen werden häufig alle vier Gänge serviert.
Und auch in der Mittagspause kommt es nicht selten vor, dass meine Kollegen einen Salat, anschließend eine warme Mahlzeit und als Nachtisch einen Joghurt verputzen.
Meine typisch deutsche Brotzeit – in der Regel ein Apfel und ein belegtes Baguette – wird nach wie vor misstrauisch beäugt – der Verzehr eines Sandwichs gilt schon fast als „Fast Food“.
Auch die Aufteilung der Mahlzeiten unterscheidet sich von deutschen Gewohnheiten: Nach dem Mittagessen folgt in Frankreich um 16 Uhr die beinahe obligatorische Zwischenmahlzeit, das „goûter“. Hier wird ausschließlich süß gegessen, die Kinder im Sozialzentrum bekommen zum Beispiel ein Schokobrötchen, ein Stück Baguette mit einer Rippe Schokolade darin, Kekse oder eine Apfeltasche. Über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Schlemmerei sollte man besser nicht zu lange nachdenken. Fest steht: Wer hier in Troyes einen Bäcker betritt, wird von der Auswahl süßer Spezialitäten, verschiedenen Küchlein, Éclairs und kunstvoll verzierten Törtchen geradezu übermannt. Selbst nach über einem halben Jahr habe ich noch nicht alles probiert!
Das Klischee des „guten französischen Essens“ kann ich also vollends bestätigen – seit Oktober habe ich vor allem den guten Camembert hier zu schätzen gelernt, aber auch Galettes (Pfannkuchen aus Buchweizen) und Quiche möchte ich nicht mehr missen. Kürzlich habe ich im Restaurant sogar einmal Schnecken probiert. Diese waren zwar sehr lecker, aber wenn ein Menü 22 Euro kostet, kann einem schnell der Appetit vergehen…

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 24, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Jun 24, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Fünf Tage Spielefestival

Die Spielebibliothek, in der ich einmal wöchentlich arbeite, organisiert jedes Jahr im Mai ein großes Spielefestival mit mehreren tausend Besuchern.
Seit Wochen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren und am Dienstagabend war es dann so weit: Das Festival wurde eröffnet. Während der folgenden Tage kamen Schulklassen, Kindergartengruppen, Krippenkinder, aber auch Familien in die Stadthalle. Diese war mit allem ausgestattet, was das Kinderherz begehrt: Von Prinzessinenkostümen über Drachen, Cowboyhüte, Bobbycars und Bausteinen bis zur Puppenküche. Während der ersten Tage bestand meine Aufgabe darin, einige Gesellschaftsspiele zu erklären und mit den Kindern zu spielen – halbstündlich wurde mir eine neue Gruppe Kinder zugeteilt. Diese Zeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich immer noch sehr konzentrieren muss, um ein Spiel auf Französisch gut zu erklären.
Am Wochenende begann dann das eigentliche Festival: Frühmorgens reisten Vertreter von Verlagen, Spieledesigner, Musiker und Schausteller aus der ganzen Region an – zusätzlich zum großen Spielsaal in der Stadthalle wurden Zelte aufgebaut und dekoriert. Als es dann losging, strömten die Besucher herein: Überall wurde gespielt, gelacht und gerannt.
Am Eingang gab es eine Reihe Geschicklichkeitsspiele zum Thema „Piraten“ zu entdecken, auf der anderen Seite der Stadthalle drehten die Kinder auf einem wunderschönen handbemalten Karussell ihre Runden. Die Schausteller spielten dazu Flöte und Violine. Aber auch für Erwachsene und Jugendliche hatte das Festival einiges zu bieten: Neben einem großes Schachturnier wurden jede Menge Gesellschaftsspiele und sogar Escape Games angeboten.
Insgesamt waren die fünf Tage Festival trotz gelegentlicher Regenschauer eine tolle Erfahrung und es hat mir sehr gut gefallen, mit den anderen Animateuren zusammenzuarbeiten. Am Samstagabend herrschte dann beim gemeinsamen Essen mit allen Kollegen und Schaustellern ausgelassene Stimmung.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  May 27, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
May 27, 2019