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„Optimale Beratung zahlt sich aus“

Eine Person blättert in einem Buch.
Keine Scheu vor Paragraphen: Als Steuerberater sollte man ein Verständnis für Zahlen, Recht und Wirtschaft mitbringen.
Foto: Nadine Zwingel

Steuerberaterin

„Optimale Beratung zahlt sich aus“

Wer Steuerberater werden will, braucht einen langen Atem. Stefanie Lübbert hatte diesen: Jetzt ist die 32-Jährige Inhaberin einer Kanzlei im nordrhein-westfälischen Lübbecke. Hier führt sie Privatpersonen und Unternehmen durch den Steuerrechtsdschungel und berät in betriebswirtschaftlichen Fragen.

Genauso vielfältig wie die rechtlichen Vorgaben sieht auch der berufliche Alltag von Stefanie Lübbert aus: „Ob Steuererklärungen, Jahresabschlüsse oder Lohnbuchhaltung, die klassischen Aufgaben einer Steuerberaterin stehen in meiner Kanzlei erst einmal im Vordergrund. Dazu kommt aber immer mehr die individuelle Beratung.“ So kann sie zum Beispiel die Zukunft von Unternehmen mitgestalten. „Bei Firmen geht es in letzter Zeit vor allem um die Nachfolge: Die Inhaber werden älter und wollen sich frühzeitig um die Übergabe kümmern. Diese plane ich mit ihnen – und das möglichst steuergünstig.“

Nah am Menschen

Porträt von Stefanie Lübbert

Stefanie Lübbert

Foto: privat

In anderen Fällen begleitet Stefanie Lübbert Auftraggeber in allen rechtlichen Instanzen. „Passen zum Beispiel Zahlen der Finanzverwaltung nicht mit der Rechtsprechung zusammen, legen wir für unsere Mandanten Einspruch ein oder gehen bis zum Finanzgericht“, erklärt sie.

Die Nachfrage nach Absicherung ist groß, denn das Steuerrecht ist komplex. Deswegen hat die Beraterin gemeinsam mit ihrem Kanzleipartner ein Infoprogramm entworfen. „In diesem Notfallkoffer sind die entscheidenden Bereiche geregelt: von steuerlicher Überprüfung über Altersvorsorge bis hin zur Absicherung von Krediten.“

Neben der Kommunikation mit den Mandanten ist auch die eigene Fortbildung wichtig. „Das Steuerrecht verändert sich fast täglich. Steuerberaterin sein heißt also auch lebenslanges Lernen.“

Kein Profi ohne Weiterbildung

Bildung steht von vornherein im Mittelpunkt. Nur wer theoretische und praktische Kenntnisse durch Aus- und Weiterbildungen vorweist, kann sich für den Job als Steuerberater qualifizieren. Deutlich wird das auch am Lebenslauf von Stefanie Lübbert: „Nach meiner dreijährigen Ausbildung zur Steuerfachangestellten war ich erst mal vier Jahre in einer Kanzlei angestellt“, erzählt sie. Dann bereitete sie sich auf die Prüfung zur Steuerfachwirtin vor. Unterstützt wurde sie dabei von einem Weiterbildungsstipendium, das sie unter anderem ihrer Auszeichnung zur besten Auszubildenden vom Verband Freier Berufe im Lande NRW zu verdanken hat.

Gut zu wissen: Neben Stipendien kann auch der Arbeitgeber Weiterbildungen fördern, wenn sie berufsbegleitend ablaufen.

Nach weiteren drei Jahren Praxis als Steuerfachwirtin begann Stefanie Lübbert schließlich die berufsbegleitende Weiterbildung zur Steuerberaterin. „Es gibt zwar auch Vollzeitkurse über drei bis vier Monate, aber durch die finanzielle Unterstützung meines Arbeitgebers fand ich die zwölf Monate passender“, erinnert sie sich. Die Kosten sind nicht zu unterschätzen, denn für Kurse, Prüfungsanmeldung und Prüfung zahlt man locker 10.000 Euro.

Endlich Steuerberaterin

„Themenbereiche wie Einkommens- und Erbschaftsteuer, Bilanzsteuerrecht oder Betriebswirtschaft standen während der Weiterbildung im Fokus“, erzählt Stefanie Lübbert. Samstagslehrgänge, Klausurenkurse und mündliche Prüfungssimulationen bereiteten sie intensiv auf die anspruchsvolle Prüfung vor. „Motivation und Disziplin sind entscheidend – genauso, wie Hobbys und Privatleben beiseite zu lassen“, betont sie.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Sie hat die Prüfung bestanden und freut sich, nun Steuerberaterin zu sein: „Ich trage Verantwortung und gestalte berufliche und finanzielle Entwicklungen mit. Das ist die beste Motivation.“ Außerdem stehen ihr durch den Abschluss weitere Fortbildungsmöglichkeiten offen, etwa zur Fachberaterin oder zur Wirtschaftsprüferin.

abi>> 18.05.2017