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Keine Scheu vor Fragen

Der Revisor an seinem Arbeitsplatz in der Bank. Mithilfe einens Taschenrechners werden die angegebenen Zahlen überprüft.
In der Ausbildung zur Bankkauffrau steht der Umgang mit Kunden im Vordergrund.
Foto: Frank Pieth

Die ersten Tage in der Ausbildung

Keine Scheu vor Fragen

Der Ausbildungsstart fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die angehende Bankkauffrau Greta Folger (20) erzählt, wie ihre ersten Tage in der Ausbildung verlaufen sind und wie sie sich darauf vorbereitet hat.

In der Filiale der Commerzbank in Bad Kreuznach lernt Greta Folger nach und nach alle Aufgabenbereiche kennen. Schon in der ersten Woche ihrer Ausbildung durfte sie nicht nur ihren Kollegen über die Schulter schauen, sondern selbst verschiedene Aufgaben übernehmen. „Die Kunden, die zu mir an den Schalter kommen, wollen Geld abheben oder einzahlen, brauchen eine ausländische Währung oder haben Fragen zu Kontoauszügen. Auch das Einrichten und Erklären von Onlinebanking gehört zu meinen Aufgaben“, berichtet die Auszubildende. An Kundenterminen durfte sie ebenfalls bereits in der ersten Woche teilnehmen. „Seitdem frage ich regelmäßig, ob jemand einen interessanten Termin hat, zu dem ich dazukommen kann – zum Beispiel, wenn ein Konto eröffnet wird. Eigeninitiative ist gerne gesehen.“ Der Umgang mit Kunden ist das, was ihr an ihrer Arbeit besonders Spaß macht. „Jeden Tag sehe ich neue Gesichter, das ist das Schöne an der Arbeit in der Filiale.“

Gut vorbereitet durchs Auswahlverfahren

Ein Porträt-Foto von Greta Folger

Greta Folger

Foto: Dorothee Folger

Nach Ausbildungsstellen hatte Greta Folger auf den Webseiten verschiedener Banken gesucht. „Ich hatte Sozialkunde als Leistungskurs in der Schule und wusste, dass ich gerne etwas im Bereich Wirtschaft machen wollte. Mein Bruder studiert Volkswirtschaftslehre, ich fand aber eine Ausbildung interessanter. Studieren kann ich später immer noch“, erklärt die 20-Jährige.

Nach einer Online-Bewerbung und einem Online-Eignungstest bei der Commerzbank, in dem es unter anderem um Logikverständnis, Mathematikkenntnisse und räumliches Denken ging, wurde sie zum Telefoninterview eingeladen. „Während des Gesprächs wurden mehrere Situationen aus dem Arbeitsalltag geschildert und ich musste mir überlegen, wie ich damit umgehen würde. Außerdem wurde ich gefragt, warum ich glaube, dass ich für diesen Beruf geeignet bin. Es kamen auch Fragen zu meinem Lebenslauf und meiner Persönlichkeit, zum Beispiel, wie ich meine Meinung durchsetze.“

Danach folgte die Einladung zum Auswahlverfahren. „Der Auswahltag und die Übungen, die ich im Bewerbungsprozess absolviert habe, waren bei der Commerzbank mit Abstand am nettesten. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Natürlich war ich nervös, aber ich hatte mich gut vorbereitet und mir unter anderem die Unternehmenswebsite angeguckt, um erklären zu können, warum ich mich gerade dort beworben habe. Außerdem habe ich im Internet recherchiert, was man am besten anzieht und mir daher einen Hosenanzug gekauft“, erzählt die Auszubildende. In einer Gruppenübung musste Greta Folger mit den anderen Bewerbern ein fiktives Betriebstreffen organisieren, außerdem wurde ein Kundengespräch simuliert. „Es war eine komische Situation, erfahrenen Bankkaufleuten eine Versicherung zu verkaufen.“ Doch offensichtlich haben diese ihr Verkaufstalent erkannt: Noch am gleichen Tag erhielt sie die Zusage für ihren Ausbildungsplatz.

„Man wächst da rein“

Noch vor Ausbildungsbeginn lernte Greta Folger während eines Einführungsworkshops andere Azubis ihres Jahrgangs aus Rheinland-Pfalz und Hessen kennen. „Hier haben wir viel über Grundlegendes wie das Bankgeheimnis oder die Kleiderordnung auf der Arbeit erfahren. Außerdem haben wir gelernt, wie man eine Reisekostenabrechnung erstellt. Das war super, denn das habe ich gleich an meinem ersten Ausbildungstag machen müssen.“

Den Start in der Filiale erlebte sie als sehr entspannt. „Mir wurden alle Kollegen vorgestellt und die Räumlichkeiten gezeigt.“ In einem ersten Orientierungsgespräch mit ihrem Chef konnte sie alle Fragen stellen, die noch offen waren. „Das waren zum Teil ganz banale. Ich wollte zum Beispiel wissen, wann ich da sein muss, wenn die Filiale um 9 Uhr öffnet. Am Anfang ist alles neu, aber da wächst man rein.“ Da der Ausbildungsbeginn an einem Freitag war, war danach erst mal Wochenende. „Das fand ich nach den vielen neuen Eindrücken gar nicht so schlecht.“

Ihre Kollegen erlebt sie als sehr hilfsbereit. „Einmal habe ich zum wiederholten Mal die gleiche Frage gestellt, weil ich etwas nicht verstanden hatte. Meine Kollegin erwiderte darauf, dass es besser sei, mehrmals nachzufragen und dafür hinterher alles richtig zu machen.“ Wenn es um die Berufsschule oder das Berichtsheft geht, kann sie sich auch an sogenannte Job-Lotsen der Commerzbank wenden. Das sind Azubi-Kollegen im ersten oder zweiten Lehrjahr aus der gleichen Region, die per E-Mail oder Telefon für die Ausbildungsanfänger erreichbar sind.

Mittlerweile hat die Auszubildende das Gefühl, gut angekommen zu sein. „Ich glaube, ich habe die richtige Wahl getroffen“, freut sie sich.

abi>> 10.12.2018

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