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Wer fragt, kommt weiter

Ein Vorstellungsgespräch in einem Büroraum
Lernbereitschaft und aufmerksames Zuhören sind Voraussetzungen beim Einstieg ins Berufsleben.
Foto: Thomas Lohnes

Die ersten Tage im Beruf – Personalerstatements

Wer fragt, kommt weiter

Drei Personalverantwortliche erklären aus ihrer Sicht, was sie von Berufsanfängern erwarten und erzählen, wie man bei Kollegen und Vorgesetzten punktet.

Dirk Hoffmann leitet das Personalwesen bei dem Mineralwasserhersteller Gerolsteiner.

Mit wertschätzendem Verhalten können Berufseinsteiger immer punkten. Ein Tipp besonders für die erste Zeit ist aufmerksames Zuhören. Es gibt viel Neues zu lernen – da hilft es, erst einmal alle Informationen aufzunehmen. Auch Neugier und Offenheit für Gespräche zahlen sich aus und man knüpft schnell Kontakte. Was dagegen selten gut ankommt, sind Ratschläge von Einsteigern zu eingespielten Prozessen gleich am ersten Tag. Am besten lernt man das Unternehmen erst einmal gut kennen und bringt dann seine Ideen konstruktiv und durchdacht ein.

Ein Porträt-Foto von Dirk Hofmann

Dirk Hofmann

Foto: Nicole Deges

Die passende Kleidung hängt vom Unternehmen ab. Schließlich ist der Kleidungsstil in einer Anwaltskanzlei anders als in einem Start-up. Grundsätzlich sind Berufsanfänger gut beraten, wenn sie sich an der firmeninternen Kultur orientieren. Einen ersten Einblick in diese bietet beispielsweise die Unternehmenswebsite.

Für einen gelungenen Einstieg bieten wir unseren Azubis eine Einführungswoche an, in der sie das Unternehmen kennenlernen. Während der Ausbildung sorgt ein strukturierter Ausbildungsplan für Orientierung. Absolventen haben je nach Einstiegsposition die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm mit erfahrenen Mitarbeitern teilzunehmen. Gemeinsame Aktivitäten und individuelle Weiterbildungsangebote runden die Ausbildung ab.

Sarah Wand ist Personalmanagerin beim Maschinenbauunternehmen Jenaer Antriebstechnik (JAT).

Azubis sollten bei aller verständlichen Aufregung nicht allzu angespannt zum Ausbildungsstart sein. Schließlich haben wir uns sehr gut ausgesucht, wen wir uns als zukünftigen und hoffentlich langfristigen Teil unseres Teams vorstellen können und haben als Unternehmen selbst ein großes Interesse daran, dass alle neuen Kollegen hier einen guten Start haben und sich wohlfühlen.

Ein Porträt-Foto von Sarah Wand

Sarah Wand

Foto: privat

Allen ist bewusst, dass ein erstes Ankommen und Einfinden in ein neues Unternehmen Zeit braucht und mit vielen Fragen verbunden ist – das trifft ganz besonders auf Azubis zu. Trotz intensiver Einarbeitung in den ersten beiden Tagen lautet die oberste Prämisse: Wer nicht fragt, bleibt dumm! Es gibt am Anfang so viele Dinge zu lernen und zu verstehen, dass niemand alles auf Anhieb behalten und verinnerlichen kann. Daher ist es besser, einmal mehr zu fragen, als am Ende mit ungelösten Fragezeichen ins Arbeitsleben zu starten. Das gilt übrigens auch für die Vorbereitung auf den ersten Tag: Wenn zum Beispiel nicht klar ist, wo und wann es losgeht oder ob man sich Essen oder Getränke mitbringen soll, löst ein einfacher Anruf meistens viele Probleme.

Was den Umgang mit den Kollegen angeht, versuchen wir unsere Kultur immer bereits in den Vorstellungsgesprächen und vorhergehenden Praktika zu vermitteln. Bei der JAT wird sich durchgehend geduzt, vom Geschäftsführer über die Personalverantwortlichen und Führungskräfte bis hin zu den Mitarbeitern. Dieses Jahr haben wir sogar mit unserem Geschäftsführer, den neuen Azubis und dual Studierenden entspannt gefrühstückt, damit die Hemmschwelle zum Du noch mal etwas abgesenkt wird.

Michael Schallwig leitet die Berufsausbildung beim Energiekonzern Vattenfall.

Bei Vattenfall bekommen unsere neuen Auszubildenden und dual Studierenden ein intensives „Onboarding“. In den ersten Wochen geht es ums Kennenlernen, die Unternehmenskultur, Rechte und Pflichten. Außerdem bekommen alle eine Erste-Hilfe-Ausbildung, ein Brandschutztraining und eine einwöchige Office-Schulung. Um Team- und Problemlösungsfähigkeit zu trainieren, geht es dann auf eine gemeinsame einwöchige Reise mit erlebnispädagogischen Elementen.

Ein Porträt-Foto von Michael Schallwig

Michael Schallwig

Foto: privat

Wichtig für den Start sind ein freundliches und zurückhaltendes Auftreten. Man sollte Hilfsbereitschaft zeigen, sich vorstellen, wenn man in einer neuen Abteilung ist, alle grüßen und die Benimm-Regeln beachten. Wer aufmerksam und neugierig ist, zuhören kann und bei Bedarf Fragen stellt, kommt gut an. Absolute No-Gos sind hingegen, zu spät oder unausgeschlafen zur Arbeit zu kommen, zu aufdringlich zu sein oder Regeln und Termine nicht einzuhalten. Auch mit übereifrigen Aussagen sollte man vorsichtig sein – lieber einmal mehr nachfragen, als falsche Informationen weitergeben. Das private Smartphone hat auf der Arbeit nichts zu suchen.

Auch das Outfit muss stimmen und kann je nach Branche und Unternehmen sehr unterschiedlich sein. Am besten sollte man sich vorher informieren, sonst gilt die Regel, lieber etwas „overdressed“ zu erscheinen. Wichtig ist in jedem Fall, mit sauberer und ordentlicher Kleidung sowie gepflegt zur Arbeit zu erscheinen. Bei Unklarheiten kann man auch gerne in der Abteilung fragen, welcher Dresscode gewünscht ist.

abi>> 10.12.2018

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