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Ein erfolgreicher Start

Nina Hitz absolviert ihre Ausbildung beim Bergsportausrüster Vaude in Baden-Württemberg.
In der Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation zur Fremdsprachenkorrespondentin kann Nina Hitz ihre Begeisterung für Sport und fremde Länder miteinander verbinden.
Foto: VAUDE Sport

Die ersten Tage im Beruf

Ein erfolgreicher Start

Ob als Auszubildender oder als Hochschulabsolvent: Der Start ins Berufsleben ist auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Wer die ersten Tage erfolgreich meistern will, sollte einige Punkte beachten.

Acht Wochen lang ist Nina Hitz nach dem Abi alleine mit dem Rad quer durch Europa gefahren. Gleich darauf folgte ihr Ausbildungsstart, der laut der 20-Jährigen nicht weniger spannend war als die Reise. Ihre Begeisterung für Outdoor-Sport hatte sie zu dem Bergsportausrüster Vaude in Obereisenbach in Baden-Württemberg geführt, wo sie nun seit August eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert.

„Wandern in den Bergen, Fahrradreisen durch verschiedenste Länder, Skitouren im tiefsten Winter und Zelten in freier Wildbahn sind schon seit meiner Kindheit fester Bestandteil meines Lebens. Das Thema Nachhaltigkeit in Verbindung mit Sportbekleidung, wie es bei Vaude gelebt wird, finde ich als Outdoor-Fan sehr interessant“, berichtet Nina Hitz. Mit ihrer Bewerbung wäre sie fast zu spät dran gewesen. „Da das offizielle Verfahren schon abgeschlossen war, habe ich eine Initiativbewerbung eingereicht.“

Abenteuercamp mit anderen Azubis

Ein Porträt-Foto von Nina Hitz

Nina Hitz

Foto: VAUDE Sport

Wer wagt, gewinnt: Es folgte eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. „Darauf vorbereitet habe ich mich, indem ich mich gut über das Unternehmen informiert und eine Präsentation über mich als Person erstellt habe. Außerdem bin ich mit viel Motivation und Freude an die Sache herangegangen“ – eine Einstellung, mit der sie überzeugen konnte.

Vor Ausbildungsbeginn lernte sie die anderen Azubis bei einem dreitägigen Abenteuercamp in Österreich kennen. „Durch die gemeinsame Zeit und jede Menge Action beim Canyoning sind wir zu einem Team zusammengewachsen.“ Auch von den anderen Kollegen wurde die Auszubildende an ihrem ersten Arbeitstag herzlich aufgenommen. „Klar war ich etwas nervös. Ich glaube, das ist am Anfang ganz normal. Man stellt sich im Voraus viele Fragen, die sich aber in der Regel in den ersten Wochen von selbst beantworten. Ihr Rat an frischgebackene Azubis lautet deshalb: „Freut euch einfach darauf, macht euch nicht zu viele Gedanken und geht früh schlafen – ihr werdet die Energie brauchen!“

Zurzeit arbeitet die 20-Jährige in der Marketingabteilung des Unternehmens mit und hilft bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung von Fotoshootings. „Ich wurde von Anfang an in Projekte miteingebunden und gefordert. Die Mischung aus Eigenständigkeit und Teamarbeit empfinde ich als sehr positiv. In ein Fettnäpfchen bin ich noch nicht getreten, aber das kann ja noch kommen“, sagt sie augenzwinkernd.

Zweifel sind ganz normal

Ein Porträt-Foto von Carsten Berndt

Carsten Berndt

Foto: Dirk Case

Sich auf neue Personen einstellen, in einer neuen Umgebung zurechtkommen – es gibt viele Herausforderungen, die zu Beginn auf die Berufsanfänger warten. Dass es eine Zeit dauert, bis man die Arbeitsabläufe versteht, sich die Namen der Kollegen merken kann und einen Überblick über die verschiedenen Bereiche und Abteilungen hat, ist normal. „Die neue Tagesstruktur und die ungewohnte geistige oder – je nach Beruf – auch körperliche Beanspruchung sind etwas ganz anderes, als man es aus der Schule kennt“, weiß Carsten Berndt, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Erfurt. Mögliche Zweifel an der Berufswahl seien in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, aber sofern sie nicht längerfristig anhalten, kein Grund, seine Entscheidung infrage zu stellen.

Auch Aufregung und Nervosität gehören wohl bei fast jedem dazu und müssen nicht überspielt werden. Im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten sollte man jedoch einige Punkte beachten: „Gerade in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen ist Pünktlichkeit unverzichtbar, deshalb achten Unternehmen besonders zu Beginn einer Beschäftigung darauf.“ Zudem bestimmt das äußere Erscheinungsbild den ersten Eindruck: „Eine allgemeingültige Regel gibt es hier nicht, da es von Branche und Unternehmen abhängt, ob eine Kleiderordnung besteht und wie diese aussieht. Pauschal lässt sich sagen, dass die Kleidung sauber und gepflegt sein sollte“, rät der Berufsberater.

Keine Angst vor Fehlern

Gibt es wie im Ausbildungsbetrieb von Nina Hitz eine Kultur des Duzens, werden Azubis darauf meist im Vorfeld aufmerksam gemacht. „Bis dahin würde ich siezen oder gegebenenfalls nachfragen, wenn ich unsicher bin“, sagt Carsten Berndt. „Außerdem würde ich als Auszubildender oder neuer Mitarbeiter immer versuchen, möglichst zuerst zu grüßen.“ Junge Kollegen, eine lockere Arbeitsatmosphäre – darüber freuen sich viele Berufsanfänger. „Trotzdem sollte man gerade am Anfang eine professionelle Distanz wahren und sich erst einmal anschauen, wie die Gruppe funktioniert und auf Gepflogenheiten achten.“ Mit einem offenen, freundlichen und höflichen Umgang macht man nichts falsch.
Dennoch kann es auch zu unangenehmen Situationen kommen. In der Einarbeitungszeit Fehler zu machen oder etwas nicht zu wissen, gehört dazu. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Viel wichtiger ist, wie ich anschließend mit der Kritik umgehe. Dazu gehört aufmerksames Zuhören und den Kritikgeber ausreden zu lassen und ernst zu nehmen. Bei Unklarheiten sollte man sachlich nachfragen“, empfiehlt Carsten Berndt. „Berechtigte und sachliche Kritik kann man auch als ‚Lerngeschenk‘ sehen. Nur so kann man sich verbessern. Deshalb kann man sich für Verbesserungsvorschläge ruhig bedanken.“

Alles geregelt?

Die wichtigsten Rahmenbedingungen der Ausbildung sind im Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsvertrag festgelegt, der im Vorfeld aufmerksam gelesen werden sollte. Hier steht, wie lange die Probezeit dauert, wie hoch die Vergütung ist, wie viel Urlaubsanspruch man hat und unter welchen Bedingungen der Vertrag gekündigt werden kann. In Deutschland regelt das Berufsbildungsgesetz (BBiG), was im Ausbildungsvertrag stehen muss. „Auch Vereinbarungen wie die Fahrtkostenunterstützung durch den Arbeitgeber können in den Vertrag aufgenommen werden“, merkt Berufsberater Carsten Berndt an. Ein Punkt, der insbesondere für Auszubildende wichtig sein kann.

Ebenso sollten sich Berufsanfänger mit dem Thema Versicherungen auseinandersetzen. Sozialversicherungen wie die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind in der Regel über den Arbeitgeber abgedeckt. Ob eine berufliche Unfallversicherung notwendig ist, sollte am besten bei der Berufsgenossenschaft des Arbeitgebers erfragt werden. „Es empfiehlt sich, vor Arbeitsbeginn einen Beratungstermin bei einer Verbraucherzentrale, einer Gewerkschaft oder einer anderen neutralen Beratungsstelle zu machen und sich zu sinnvollen und notwendigen Versicherungen zu informieren“, erklärt Carsten Berndt.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE

Die Online-Stellenbörse der Bundesagentur für Arbeit.
https://jobboerse.arbeitsagentur.de

Bewerbungstraining für Akademiker

Das Online-Bewerbungstraining der Bundesagentur für Arbeit richtet sich an alle, die bereits mit dem Studium fertig sind.
www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/online-trainings

abi>> 10.12.2018

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