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Arbeitswelten verstehen

Eine junge Frau führt eine Umfrage per Telefon durch.
Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Ihr Arbeitsleben aus? Solche und ähnliche Frage stellt das Institut für Arbeits- und Berufsforschung in Umfragen. Der Konzeption und Analyse solcher Befragungen widmen sich Soziologen.
Foto: Martin Rehm

Soziologe

Arbeitswelten verstehen

Wie verändern digitale Technologien die Arbeitswelt? Mit solchen und weiteren gesellschaftlichen Fragen beschäftigt sich der Soziologe Christoph Müller (28), der als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg arbeitet.

Seit April 2018 arbeitet Christoph Müller als wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAB im Fachbereich „Bildung, Qualifizierung und Erwerbsverläufe“. Im Rahmen eines Forschungsnetzwerks wirkt er bei der Studie „Nationales Bildungspanel – Bildung im Erwachsenenalter und lebenslanges Lernen“, kurz NEPS-SC6, mit. Diese wird einmal im Jahr durchgeführt.

„Zusammen mit meinen Kollegen entwickle ich dafür ein entsprechendes Modul mit speziellen Fragen, die einer Gruppe von Teilnehmern im Alter von 33 bis 75 Jahren gestellt werden.“ Die Teilnehmer sollen zum Beispiel angeben, wie sich digitale Technologien auf ihre Arbeit auswirken und ob sie sich dadurch manchmal fremdbestimmt, gar überfordert fühlen. Ein externes Institut führt die Befragung für das IAB durch. „Ich arbeite vor allem im Hintergrund und überprüfe anschließend wie die Befragung funktioniert hat.“ Und da jedes Jahr dieselben Menschen befragt werden, gehört auch die allgemeine Kommunikation mit den Befragten zu den Aufgaben von Christoph Müller.

Kein Arbeitstag gleicht dem anderen

Porträtbild von Christoph Müller

Christoph Müller

Foto: privat

Einen typischen Arbeitstag zu beschreiben, fällt dem Soziologen schwer. „Die meiste Zeit verbringe ich am PC. Darüber hinaus bespreche ich mit Kollegen vor Ort in Meetings den aktuellen Stand der Studie. Und da einige meiner Partner und Kollegen in Bamberg, Berlin und Bonn sitzen, verbringe ich auch Zeit am Telefon oder bin regelmäßig auf Dienstreisen.“ Auch ist sein Arbeitspensum unterschiedlich hoch. Wenn etwa der Feldstart der NEPS-Studie ansteht, hat Christoph Müller sehr viel zu tun. „Wenn alles vorbei ist, kehren wieder ruhigere Phasen ein.“

Dann bleibt wieder mehr Zeit für seine Promotion, an der er parallel zu seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter schreibt. Sein Thema: Technologischer Wandel und das Bildungsverhalten von Erwachsenen. „Für meine Dissertation und die Mitarbeit an der NEPS-Studie ist es von Vorteil, dass ich mich schnell in neue Themen einarbeiten und diese kritisch hinterfragen kann. Gerade das lernt man im Soziologiestudium.“ Die Kenntnis über verschiedene Themengebiete der Soziologie, zum Beispiel, wie Menschen Sprache verstehen, helfe sehr bei der Entwicklung von Fragenkatalogen. „Auch ist es wichtig, seine Aufgaben eigenverantwortlich und selbständig erledigen zu können“, findet der 28-Jährige.

Gesellschaft und Wirtschaft im Blick

Christoph Müller hat sich schon früh für gesellschaftliche Themen interessiert. „Die Frage ‚Wie kann Gesellschaft funktionieren?’ beschäftigte mich bereits in meiner Schulzeit“, erzählt er. Nach dem Abitur schrieb er sich deshalb für das Zwei-Fach-Bachelorstudium „Soziologie und Ökonomie“ an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen ein. „Die Kombination des breitgefächerten Fachs Soziologie mit der eher konkret gefassten Ökonomie hat mir besonders gut gefallen.“

Um noch mehr über die Gesellschaft und ihr Zusammenwirken zu lernen, wählte der 28-Jährige im Anschluss das Masterstudium Soziologie – ebenfalls an der Universität in Erlangen.

Tipps für den Einstieg

Schon während seines Masterstudiums war er als wissenschaftliche Hilfskraft am IAB tätig war. „Zusätzlich habe ich an meiner Hochschule am Lehrstuhl für empirische Sozialforschung gearbeitet. Durch diese beiden Tätigkeiten habe ich viel Praxiswissen erworben, was mir jetzt sehr zugute kommt.“

Für den Berufseinstieg hat ihm sein Netzwerk aus dem Studium sehr geholfen. „Vor allem der Kontakt zu meiner Dozentin am Lehrstuhl und den Mitarbeitern am IAB hat mir den Einstieg sehr erleichtert und mir Orientierung gegeben.“ Christoph Müller rät deshalb, sich frühzeitig damit auseinander zusetzen, wo man hin möchte und welche Themen einen interessieren. „Das muss nicht sofort im ersten oder zweiten Semester sein. Aber gegen Ende des Studiums macht es Sinn, zu wissen ‚Wo will ich hin?’. So kann man entsprechend Kontakt zu Dozenten und potenziellen Arbeitgebern suchen.“

abi>> 28.02.2019