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Daten, Berichte und viele Dienstreisen

Student lernt
Wo fällt wie viel Elektroschrott an? Chemiker im Umweltbundesamt analysieren unter anderem Aufkommen und Entsorgung von Elektroaltgeräten.
Foto: Axel Jusseit

Chemikerin – Porträt

Daten, Berichte und viele Dienstreisen

Wohin mit dem Elektroschrott? Sina Kummer (30) ist promovierte Chemikerin und beschäftigt sich beim Umweltbundesamt in Dessau mit dem Recycling von TV, PC und Co.

Die wissenschaftliche Angestellte ist zum Beispiel für die Auswertung der Daten zuständig, die sie von den Statistischen Landesämtern und der Stiftung „Elektro-Altgeräte Register“ erhält. Letztere koordiniert unter anderem die Übergabestellen und Abholung von Altgeräten. In den Rohdaten finden sich Angaben dazu, wie viele Elektrogeräte in den Verkehr gekommen sind, wie viele gesammelt und wie viele recycelt wurden. „Die aufbereiteten Daten gebe ich als Bericht an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) weiter, die wiederum an die zuständige EU-Kommission berichtet“, erzählt Sina Kummer.

Arbeitsgruppen und Bürgeranfragen

Ein Porträt-Foto von Sina Kummer

Sina Kummer

Foto: privat

Eine weitere ihrer Aufgaben ist die Organisation und fachliche Begleitung des Arbeitskreises „Anforderungen an die Behandlung spezifischer Elektroaltgeräte unter Ressourcen- und Schadstoffaspekten“. Außerdem betreut sie Arbeitsgruppen mit Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft, die sich im Auftrag des Ministeriums mit der Verbesserung des Elektroaltgeräte-Gesetzes beschäftigen. Außerdem beantwortet Sina Kummer Bürgeranfragen zum Thema Elektroaltgeräte und betreut interne Forschungsvorhaben im Haus.

„Einen Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich am Schreibtisch. Ich arbeite oft mit Excel-Tabellen“, berichtet die Chemikerin. „Andererseits bin ich aber auch viel auf Dienstreisen, etwa bei Projekttreffen mit unseren Forschern, in den Recyclingbetrieben, bei internationalen Workshops oder beim BMUB in Bonn.“ Chemiestudierenden, die ebenfalls Interesse haben, in einer Behörde zu arbeiten, kann Sina Kummer also versichern, dass die Arbeit im Amt weit mehr ist als nur am Computer zu sitzen.

Chemie? Nur am Rande

Studiert hat die Chemikerin an der Universität Rostock. An ihr Diplom schloss Sina Kummer direkt ein Promotionsstudium an und befasste sich bei ihren Forschungen mit Fragen aus der technischen Chemie. In der letzten Phase ihres Studiums stieß sie auf dem Portal bund.de auf eine Stellenausschreibung des Umweltbundesamts, in der eine Mitarbeiterin für den Bereich Kunststoffe in der Umwelt im Fachgebiet Produktverantwortung gesucht wurde. „Ziemlich schnell wechselte ich dann aber intern in den Bereich Elektroaltgeräte“, berichtet die 30-Jährige, die sich schon zu Schulzeiten für Chemie interessierte, deshalb den Leistungskurs in diesem Fach wählte und eigentlich Lehrerin werden wollte. Da es mit diesem Studiengang nicht klappte, wählte sie die reine Chemie und bereut diese Entscheidung nicht.

Mit chemischen Themen hat Sina Kummer heute allerdings nur noch am Rande zu tun. „Ich weiß zum Beispiel, wie Kühlmittel aus Kühlschränken fachgerecht entsorgt werden müssen oder wie andere gefährliche Stoffe in Geräten ordnungsgemäß recycelt werden.“ Bei der Beschäftigung mit den Elektroaltgeräten hilft ihr natürlich auch ihre Studienfokussierung auf die technische Chemie. „Aber das Wichtigste ist sicherlich das selbstständige Arbeiten, das ich während meines Promotionsstudiums gelernt habe“, ist Sina Kummer überzeugt. „Ich habe dabei unter anderem gelernt, wie ein Forschungsvorhaben betreut werden muss.“

Interdisziplinäres Arbeiten an der Tagesordnung

Für den Kontakt zur EU sind Englischkenntnisse unverzichtbar. „Und ich muss unter Stress arbeiten können – manche Berichte müssen sehr schnell vorliegen. Trotz des hohen Arbeitsaufwands muss ich dabei einen kühlen Kopf bewahren.“ Nicht zuletzt muss Sina Kummer über ihren eigenen Fachbereich hinausdenken können: Ihre Kollegen sind eine Biotechnologin, ein Geograf und eine Lebensmittelchemikerin. Interdisziplinäres Arbeiten ist also an der Tagesordnung.

abi>> 12.02.2018