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Statistik in der Forschung

Eine junge Frau berechnet etwas mit dem Taschenrechner
Studien planen und auswerten: Biomathematiker im Bereich der medizinischen Statistik prüfen Arzneimittel vor der Markteinführung auf ihre Wirksamkeit.
Foto: Swen Reichhold
Thema der Woche

Biomathematiker

Statistik in der Forschung

Statistische Daten für die Gesundheit: Steffen Hahn hat sich schon in seiner Diplomarbeit mit medizinischer Statistik befasst. Heute ist der 34-jährige Mathematiker für das Gesundheitsunternehmen Sanofi in Frankfurt am Main in der präklinischen Statistik tätig.

„Wir unterstützen die Kollegen aus dem Bereich präklinische Forschung bei ihren Studien in der Planung, Auswertung und dem Berichten der Ergebnisse“, beschreibt Steffen Hahn seine Tätigkeit bei Sanofi. Bevor neue Arzneimittel für die weitere Entwicklung infrage kommen, müssen die Substanzen auf ihre Unbedenklichkeit und Wirksamkeit getestet werden. Dafür werden viele Labortests durchgeführt, deren Ergebnisse bei Steffen Hahn auf dem Schreibtisch landen. Die Daten zeigen zum Beispiel, wie viele Zellen sich bei den Tests verändert haben, wie viele gesund geblieben sind und ob sich die Zahlen noch im Normbereich bewegen.

„Eine spannende und sinnvolle Aufgabe“

Ein Porträt-Foto von Steffen Hahn

Steffen Hahn

Foto: Maik Reuß

„Ich muss genau verstehen, was dort getestet wurde und wie die Daten erhoben wurden, damit ich vernünftige Auswertungen machen kann“, erklärt der 34-Jährige, der sich dazu oft mit den Wissenschaftlern aus der präklinischen Forschung austauscht. Für die individuelle Auswertung der Studiendaten erstellt er eigene Programme in der Statistik-Software SAS. Darüber hinaus unterstützt er die Entwicklung von Tools, mit denen die Wissenschaftler standardisierte Auswertungen selbst durchführen können. „Gibt es neue Anforderungen, arbeiten wir diese in die Programme ein“, ergänzt er. Mit den Kollegen aus der Statistik steht Steffen Hahn in regem Austausch darüber, welche Verfahren sie anwenden wollen. Darüber hinaus prüft der Diplom-Mathematiker, ob Daten aus unterschiedlichen Studien zusammengeführt werden können oder ob die Erhebungsgrundlage eine andere war.

Zahlen und Daten haben Steffen Hahn während des gesamten Mathematikstudiums fasziniert. Deshalb spezialisierte er sich nach seinem Vordiplom an der Universität Göttingen auf Statistik. „Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass ich anwendungsnah arbeiten wollte. So kam ich auf die Idee, in dem an der Uniklinik angeschlossenen Institut für Medizinische Statistik meine Diplomarbeit zu schreiben. Zudem habe ich ein Praktikum in der Statistikabteilung eines Gesundheitsunternehmens gemacht“, erzählt der Mathematiker. „Denn die Entwicklung neuer Medikamente ist nicht nur eine spannende, sondern auch eine sinnvolle Aufgabe, mit der kranken Patienten geholfen werden kann.“

Den Überblick behalten und auf Kleinigkeiten achten

Das Handwerk, also die statistischen Kenntnisse und das Programmieren, hat sich Steffen Hahn mit seiner Spezialisierung an der Universität angeeignet. In regelmäßigen Statistik-Fortbildungen entwickelt er sich und sein Wissen weiter. „Das medizinische Know-how lerne ich hingegen bei meiner täglichen Arbeit. Ich lasse mir dazu häufig Details von meinen Medizin- oder Biologie-Kollegen erklären.“ Die Kunst ist es dann für ihn, die Ergebnisse aus den Datensätzen, die er erhält, so aufzubereiten, dass auch Nicht-Statistiker sie verstehen. „Außerdem müssen wir gut mit großen Datenmengen umgehen können, den Überblick behalten und ganz genau auf Kleinigkeiten achten.“

Im Bereich der präklinischen Statistik arbeiten verhältnismäßig wenige Mathematiker – die meisten sind im klinischen Bereich tätig, wo es noch viel mehr Regeln und Standards zu beachten gibt. „Dafür können wir öfter mal neue Verfahren ausprobieren und so auch mal Nicht-Standard-Methoden bei der Auswertung benutzen.“ Sein Ziel, in der angewandten Statistik zu arbeiten, hat Steffen Hahn auf jeden Fall erreicht: Am Ende tragen seine Auswertungen dazu bei, dass kranken Menschen mit den zukünftigen Medikamenten geholfen werden kann.

abi>> 13.11.2017