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Kulturgeschichte erlebbar machen

Eine junge Frau sortiert in einem Museum Ausstellungsstücke ein.
Ausstellungen in Museen konzipieren und umsetzen oder Kulturevents organisieren - Kulturwissenschaftler gestalten den Kulturbetrieb mit.
Foto: Fischer

Trainee Kulturmanagement

Kulturgeschichte erlebbar machen

Ein Trainee-Programm im Bereich Kulturmanagement mit Übernahmegarantie – Isabell Heinzelmann hat die für sie perfekte Einstiegsanstellung gefunden. Der 27-jährigen Kulturwissenschaftlerin gelang der Berufsstart im Erwin-Hymer-Museum in Bald Waldsee.

Wie kommt man an Badehosen aus den 1950er-Jahren? Mit dieser Frage beschäftigte sich Kulturwissenschaftlerin Isabell Heinzelmann erst vor Kurzem. Fündig wurde sie bei verschiedenen Museen in Kurbadeorten an Ost- und Nordsee. Sie liehen ihr die Textilien für die Begleitausstellung „Ab in den Urlaub!“ des Erwin-Hymer-Museums in der baden-württembergischen Stadt Bad Waldsee, das sich der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Reisens widmet. Seit August 2016 arbeitet die 27-Jährige dort als Trainee.

Planen, recherchieren, koordinieren

Ein Porträtbild von Isabell Heinzelmann

Isabell Heinzelmann

Foto: privat

Isabell Heinzelmanns Arbeitgeber hatte die Bademoden-Ausstellung von einem Museum in Zülpich in Nordrhein-Westfalen übernommen. Die Kulturwissenschaftlerin war für das Projektmanagement zuständig, das heißt: den Überblick behalten, einen Projektplan erstellen sowie mit Kollegen besprechen, wie die Objekte in die Dauerausstellung integriert und museumspädagogisch aufgearbeitet werden können.

Mit Enthusiasmus erzählt sie von ihren Aufgaben. „Mir macht es Spaß, Kulturgeschichte erlebbar zu machen“, betont sie. Außerdem koordiniert sie gern und findet es spannend, sich in neue kulturgeschichtliche Bereiche einzuarbeiten – etwa in die Historie der Bademode. Sie hatte schon an der Uni gern – und viel – wissenschaftlich recherchiert.

Schwieriger Berufsstart trotz Einserabschluss

Der Start ins Berufsleben fiel Isabell Heinzelmann jedoch nicht leicht. Sie hatte an der Uni Saarbrücken studiert – zunächst den Bachelor „Historisch orientierte Kulturwissenschaften“, der gut zu ihren Lieblingsschulfächern Geschichte, Deutsch und Religion passte, dann den Master „Angewandte Kulturwissenschaften“. Doch trotz 1,0-Abschlusses bewarb sie sich neun Monate erfolglos im Kulturmanagementbereich.

Ihre Vermutung: „Mein Profil war zu unscharf.“ Zwar hatte sie während des Studiums kurze Praktika gemacht und beim Regionalverband Saarbrücken im Bereich Kulturentwicklung gearbeitet. Dennoch habe sie kein konkretes Berufsziel konsequent verfolgt. Anderen Studierenden der Kulturwissenschaften rät sie daher: „Es ist gut, sehr früh zu wissen, was man beruflich machen will, und darauf zuzuarbeiten – mit mehrmonatigen Praktika und Nebenjobs beispielsweise.“

„Man lernt mit jedem Projekt dazu“

Nach langer Suche nahm sie zunächst einen Job an, der zwar nicht ganz ihren Vorstellungen entsprach, bei dem sie aber Erfahrungen im Marketing und Vertrieb sammeln konnte. Als sie eine Ausschreibung des Erwin-Hymer-Museums entdeckte, in der jemand für diesen Bereich gesucht wurde, bewarb sie sich. Sie entsprach zwar nicht genau dem Anforderungsprofil, überzeugte beim Vorstellungsgespräch aber so, dass für sie die Trainee-Stelle im Bereich Kulturmanagement geschaffen wurde – mit Übernahmegarantie.

Ursprünglich war das Programm auf ein Jahr angelegt. Die Kulturwissenschaftlerin entschied sich, vier Monate dranzuhängen, um mehr Abteilungen und Aufgabenbereiche kennenzulernen. Bislang hat sie Erfahrungen in der Pressearbeit, im Marketing und beim Vertrieb gesammelt, eventuell kommen noch Besucherservice, Personalplanung und Stiftungsarbeit hinzu. Bei allen Stationen machte sie bislang die Erfahrung, dass das an der Uni theoretisch Gelernte zwar hilfreich, aber dennoch nicht „mit der Praxis vergleichbar“ sei: „Man lernt mit jedem Projekt dazu.“

Ihr derzeitiges Einsatzgebiet, das Projektmanagement für Begleitausstellungen, gefällt ihr am besten. Gern würde sie dort im Anschluss an das Trainee-Programm arbeiten – und irgendwann weiterziehen. Denn die 27-Jährige ist ehrgeizig: „Ich möchte im Kulturbereich Karriere machen und eine leitende Position übernehmen.“

abi>> 05.10.2017