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Sensibler Umgang mit Gebäuden

Zusammenfassung der Ergebnisse zur Restaurierung eines Gebäudes
Entspricht die geplante Restaurierung den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes? Bodo Hirsch prüft Anträge und entscheidet, ob eine Genehmigung erteilt werden kann.
Foto: Uwe Niklas

Denkmalpfleger

Sensibler Umgang mit Gebäuden

Wie lässt sich zeitgemäßes Wohnen mit Denkmalschutz vereinbaren? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Bodo Hirsch (29). Er ist im Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart als Gebietsreferent für die Bau- und Kunstdenkmalpflege zuständig.

Einige seiner Arbeitstage sind für Bodo Hirsch besonders eindrucksvoll. „Zum Beispiel die Tage, an denen man am Kirchengerüst bis nach oben steigen muss, um sich von außen den Zustand des Dachstuhls anzuschauen und beurteilen zu können.“ Gemeinsam mit den Vertretern der Kirchengemeinde, dem Architekten, den Zimmererleuten und den Vertretern der unteren Denkmalschutzbehörde steht er dann in luftiger Höhe und diskutiert die Möglichkeiten, die es für die fachgerechte Reparatur des Dachstuhls gibt. „Nebenbei genießen wir einen fantastischen Ausblick.“

Architekten und Bauherren beraten

Ein Porträt-Foto von Bodo Hirsch

Bodo Hirsch

Foto: privat

Viel unterwegs zu sein gehört zu Bodo Hirschs Arbeitsalltag: „Die Beratung von Eigentümern oder Architekten zum Umgang mit einem Kulturdenkmal erledige ich gemeinsam mit der unteren Denkmalschutzbehörde auf den regelmäßig stattfindenden Außenterminen“, erklärt er. „Dabei sehen wir uns jeweils circa sechs bis acht Objekte unterschiedlichster Art an – von privaten Häusern bis hin zu Kirchen, Burgen oder Gewölbekellern.“ Die Fragen der Eigentümer hierzu sind sehr unterschiedlich. „Meistens geht es darum, wie etwas fachgerecht zu sanieren ist, etwa durch eine neue Dachdeckung mit Dämmung, Fachwerksanierung, Mauersanierung oder ähnliche Maßnahmen. Und ob es möglich ist, bauliche Änderungen vorzunehmen beziehungsweise in welchem Ausmaß sie zulässig sind. Außerdem berät er die Bauherren über die Möglichkeiten staatlicher Förderungen.“

Auch Büroarbeit gehört zu den Aufgaben des Denkmalpflegers. An seinem Schreibtisch prüft Bodo Hirsch Anträge auf die denkmalschutzrechtliche Genehmigung von Baumaßnahmen. Dabei achtet er darauf, dass die Denkmalschutzgesetzgebungen eingehalten werden – die je nach Bundesland verschieden sind. „Wir nehmen dazu fachlich Stellung, sodass dann gegebenenfalls die Genehmigungen erteilt werden können. Wenn es nötig ist, ziehe ich die Spezialisten und Spezialistinnen des LAD zurate, das heißt die Restauratoren und Experten für bestimmte Denkmalgattungen wie zum Beispiel Technische Denkmale, bewegliche Denkmale und so weiter.“

Der Beruf des Denkmalpflegers setzt sich aus vielen verschiedenen Interessen- und Themengebieten zusammen: „Im Berufsalltag erscheinen mir sowohl Durchsetzungs- als auch Einfühlungsvermögen besonders wichtig“, sagt Bodo Hirsch. „Da auf den Baustellen immer unterschiedlichste Interessen und Personen aufeinanderstoßen, ist es wichtig, die Interessen der Landesdenkmalpflege fachlich korrekt darzustellen, aber auch gleichzeitig die Bauherrschaft ‚mit ins Boot zu holen‘ und davon zu überzeugen, was für ein historisch wertvolles Gebäude sie besitzen, und dass damit ein sensibler und differenzierter Umgang notwendig ist.“

Masterstudium der Denkmalpflege

Für seine Aufgaben hat sich Bodo Hirsch umfassend qualifiziert. Auf einen Zweifachbachelor in Kunstgeschichte und Japanologie an der Martin-Luther-Universität in Halle folgte der Masterabschluss im Kooperationsstudiengang „Denkmalpflege“ der Martin-Luther-Universität und der Hochschule Dessau.
„Während des Studiums habe ich diverse studentische Praktika im Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in Halle absolviert, so zum Beispiel drei Monate in der Restaurierungswerkstatt und während des gesamten Masters im Bereich der Inventarisierung der Archäologie, um auch in diesen Zweig der Denkmalpflege Einblick zu erhalten.“

Für seinen Beruf entschied sich Bodo Hirsch, weil ihn bereits im Bachelorstudium Architektur und Baugeschichte mehr gereizt hat als Kunsttheorie und Gemäldeinterpretationen. „Somit fiel letztendlich auch die Entscheidung für den praxisnahen Masterstudiengang der Denkmalpflege. Denn er erlaubt es, sich schwerpunktmäßig mit baulichen Zeitzeugen zu beschäftigen.“

abi>> 12.08.2019

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