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Familiäres Verhältnis am Arbeitsplatz

Eine Werbetexterin. Neben ihr: alle Teamkollegen illustriert an einer Wand der Agentur
Um Werbetexter zu werden, gibt es keinen festgelegten Weg. Genau deshalb arbeiten auch sehr viele Quereinsteiger in der Branche.
Foto: Sonja Brüggemann

Creative Director

Familiäres Verhältnis am Arbeitsplatz

Während eines Praktikums hat Heiner Twenhäfel (36) die Liebe zum Texten entdeckt. Heute arbeitet der Werbetexter als Creative Director bei einer Berliner Werbeagentur, wo er besonders die familiäre Atmosphäre schätzt.

Am interessantesten ist die Kampagnenentwicklung – die erste Idee, wie man ein Produkt oder einen Service bewerben will. Da hat man den größten kreativen Spielraum“, sagt Heiner Twenhäfel über seine Arbeit in der Werbebranche. Der 36-Jährige, der aktuell bei der Werbeagentur BBDO in Berlin arbeitet, hat schon Werbekampagnen für bekannte Marken wie Smart, O2, Edeka, Vodafone, Ikea und Volkswagen entworfen. „Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel eine Kampagne für die Deutsche Bahn mit dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und dem Rockstar Iggy Pop gemacht.“

Um Werbetexter zu werden, gibt es keinen festgelegten Weg. Genau deshalb arbeiten auch sehr viele Quereinsteiger in der Branche. Heiner Twenhäfel selbst hat Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Aachen studiert. „Mit diesem Abschluss kann man zum Beispiel als Art Direktor, also als Grafiker, in die Werbung einsteigen. Ich selbst habe in einem Praktikum meine Liebe zum Texten entdeckt und bin dabei geblieben.“

Ehrenkodex der Kreativen

Ein Porträt-Foto von Heiner Twenhäfel

Heiner Twenhäfel

Foto: privat

Die Ideen und Texte, die sich Werbetexter ausdenken, können Headlines für Anzeigen und Plakate, Radiospots oder auch Claims sein. Ein berühmtes Beispiel für einen solchen Claim ist „Geiz ist geil“, ein Werbeslogan der Elektronikhandelskette Saturn. Aber auch das Aufschreiben von Filmskripten ist typisches Texter-Handwerk. Wer länger dabei ist, kann vom Junior-Texter bis zum Senior-Texter aufsteigen, der dann nicht nur für die Idee, sondern auch dafür verantwortlich ist, dass aus dem gedrehten Material ein guter Werbefilm geschnitten wird.

Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt ein Werbetexter aber vor dem Laptop, bevor er seine Texte und Ideen dem Creative Director präsentiert. „Der sagt dann, was er gut findet und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Genau das ist inzwischen mein Job“, erklärt Heiner Twenhäfel. „Ich sitze also die meiste Zeit in Besprechungen mit Kreativen, bewerte ihre Texte und Ideen, versuche sie noch besser zu machen, wähle die besten Ergebnisse aus und präsentiere sie dann dem Kunden.“

Am meisten Spaß macht ihm die Abwechslung. „In der Werbung wird es niemals langweilig, denn mit jedem neuen Kunden und jeder neuen Kampagne muss man wieder ein ganz anderes Problem auf kreative Weise lösen. Besonders als Texter muss man sich mit jedem Produkt, das man bewirbt, auskennen und lernt so die unterschiedlichsten Themenfelder kennen“, erläutert er. „Außerdem gehört es zum Ehrenkodex eines Kreativen, niemals Ideen oder Texte von anderen zu kopieren. Das heißt: Alles, was es schon mal gab, geht nicht mehr. Man muss immer wieder neue Ideen haben.“

In der Werbewelt kennt jeder jeden

Wer einen Werbetexterjob anstrebt, sollte seiner Meinung nach vor allem gesunden Menschenverstand, Neugier, Interesse an und ein Talent für Sprache mitbringen. „Außerdem sollte man mit einem gewissen Leistungsdruck umgehen können, braucht Ausdauer und wenigstens ein kleines bisschen Verrücktheit.“

Besonders gut gefällt ihm der offene Umgang innerhalb der Agenturen. „Da wird schon mal der Geschäftsführer vom Praktikanten geduzt und jeder kann ganz er selbst sein. Dagegen ist mir die Arbeit in vielen anderen Bürojobs viel zu steif.“ Bevor er zu seinem jetzigen Arbeitgeber kam, war Heiner Twenhäfel fünf Jahre lang bei der Werbeagentur Jung von Matt in Hamburg, dann zog es ihn aus privaten Gründen nach Berlin. „Für diese Branche ist das ein recht langer Zeitraum. In Berlin habe ich bei einem meiner ehemaligen Chefs angeklopft und dann ging alles ganz schnell.“

abi>> 05.02.2019

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