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Von Attendorn bis Amerika

Eine junge Frau fährt einen Kleintransporter
Das Landleben ist nicht zwangsläufig mit einem längeren Arbeitsweg verbunden.
Foto: Julien Fertl

Hidden Champion

Von Attendorn bis Amerika

Verena Stelthove (33) lebt und arbeitet auf dem Land. Ihr Arbeitgeber, das Sanitär- und Heizungstechnikunternehmen Viega, ist ein sogenannter Hidden Champion. Am Landleben schätzt die Ingenieurin das Gemeinschaftsgefühl, die Nähe zu Freunden und Familie und einen kurzen Arbeitsweg ohne Staus.

Leben und arbeiten in der Großstadt? Das wäre für Verena Stelthove auf Dauer nichts. Die Produktentwicklerin, die beim Sanitär- und Heizungstechnikunternehmen Viega in Attendorn arbeitet, schätzt die Vorzüge des Landlebens. „Man kennt sich untereinander, es gibt ein Gemeinschaftsgefühl und nach Feierabend kann ich in meinem eigenen Garten ohne Verkehrslärm entspannen. Das würde mir in der Stadt fehlen“, sagt die 33-Jährige, die in Altenvalbert wohnt, einem Ort mit rund 100 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen.

Die Wahl fiel nicht zufällig auf ihren Arbeitgeber: Nach der Schule hatte sie dort eine Ausbildung als technische Zeichnerin absolviert, später ein duales Studium in Maschinenbau. Nach ihrem Bachelor stieg sie zunächst als Entwicklungskonstrukteurin ein. Mittlerweile ist sie als Produktentwicklerin für Armaturen zuständig, die in Rohrleitungssysteme für Sanitär und Heizung eingebaut werden, wie zum Beispiel um sogenannte Zirkulationsventile und Kugelhähne.

Den Wald vor der Tür

Ein Porträt-Foto von Verena Stelthove

Verena Stelthove

Foto: privat

Viega ist ein sogenannter Hidden Champion, also ein mittelständisches Unternehmen, das auf seinem Gebiet zu den Weltmarktführern zählt, aber der breiten Öffentlichkeit – anders als große Konzerne – weitestgehend unbekannt ist. Dabei finden sich die Rohrleitungssysteme, die Viega entwickelt, zum Beispiel im Pentagon in Washington, D.C., und in der Elbphilharmonie in Hamburg. Weltweit arbeiten über 4.000 Mitarbeiter für das Familienunternehmen. Der Hauptsitz ist in Attendorn, einer Kleinstadt im Sauerland mit rund 25.000 Einwohnern.

Verena Stelthove braucht zu ihrem Arbeitsplatz rund 25 Minuten. „Das finde ich gut, denn ich möchte nicht so viel Zeit im Auto verbringen oder schon gestresst in den Arbeitstag starten, weil ich vorher im Stau stand. Und meinen Wohnort wollte ich – wegen meinen Freunden und der Familie – auch nicht verlegen.“ Wenn die 33-Jährige nicht arbeitet, verbringt sie gerne Zeit in der Natur, zum Beispiel am nahegelegenen Biggesee. Oder sie fährt mit ihrem Mountainbike in den Wald, der direkt vor der Tür liegt. Außerdem geht sie gerne reiten und fährt im Winter Snowboard.

Entwicklerteams aus der ganzen Welt

Zu ihren Aufgaben bei Viega gehören neben dem Konstruieren neuer Produkte auch Konstruktionsanalysen, technisch-wirtschaftliche Betrachtungen und Entwicklungsprüfungen. Dazu spricht sie sich mit ihren Kollegen aus dem Produktmanagement, dem Qualitätswesen, dem Prüflabor und der Produktion ab. „Sobald zum Beispiel ein neuer Kugelhahn in die Produktion geht, muss das Konzept stehen. Anschließend wird nach vorgegeben Normen geprüft. Ich trage die Verantwortung für das ausgearbeitete Konzept.“ Das Herstellungs- und Montagekonzept schaut sich die Ingenieurin genau an und stimmt sich dazu mit der Produktion und dem Produktionsentwickler ab: „Jedes Projekt ist anders und stellt einen vor neue Herausforderungen. Das gefällt mir. Dadurch ist die Arbeit sehr vielfältig.“

Bei der Entwicklung eines neuen Produkts arbeitet Verena Stelthove immer im Team mit anderen Entwicklern zusammen: „Je nachdem, aus welchem Land die Entwickler kommen, lernt man unterschiedliche Installationsgewohnheiten, Produkte, Normen und natürlich andere Kulturen und Menschen kennen.“ Aktuell entwickelt sie gemeinsam mit Kollegen aus den USA ein Produkt für den amerikanischen Markt. „Einer der besten Momente meiner Arbeit ist jedes Mal, wenn ein Projekt abgeschlossen ist und das Produkt erfolgreich verkauft wird.“

abi>> 15.07.2019

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