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Medizin auf Augenhöhe

Ein Mann misst mit einer Spaltlampe den vorderen Augenabschnitt einer Patientin.
Für den Augenarztberuf ist es wichtig, eine schnelle Auffassungsgabe sowie Einfühlungsvermögen zu besitzen.
Foto: Helge Gerischer

Facharzt für Augenheilkunde

Medizin auf Augenhöhe

Die Beschwerden der Patienten, die Christian Theinert (34) als niedergelassener Augenarzt in Leipzig behandelt, sind vielfältig. Dazu gehören auch Fehlsichtigkeiten und trockene Augen.

Bevor sich die Patienten bei mir vorstellen, führen die medizinischen Fachangestellten (MFA) Voruntersuchungen durch. Sie prüfen beispielsweise die Sehschärfe oder geben Augentropfen zur Pupillenerweiterung“, beschreibt Christian Theinert einen typischen Behandlungsablauf. „Viele Beschwerden machen beispielsweise die erste Brille nötig oder basieren auf Schwierigkeiten mit Kontaktlinsen, wozu ich die Patienten dann berate“, erklärt der Augenarzt.

Mit der Spaltlampe Augenstrukturen erkennen

Ein Porträt-Foto von Christian Theinert

Christian Theinert

Foto: privat

Für seine Untersuchungen nutzt er unter anderem die Spaltlampe: „Dabei handelt es sich um ein Mikroskop, mit dem ich Augenstrukturen wie die Horn- und Bindehaut inspiziere.“ Sein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr: „Bis um 9 Uhr bieten wir eine Sprechstunde für Akutfälle ohne Termin an.“ Dringende Notfälle, wie zum Beispiel Verletzungen, werden aber während der gesamten Sprechstunde eingeschoben. „Montagnachmittags findet unsere Kindersprechstunde statt. Oft geht es bei den jungen Patienten um eine beginnende Kurzsichtigkeit. Heute gibt es einige Möglichkeiten, das Voranschreiten dieser Fehlsichtigkeit zu verlangsamen“, weiß er. Als Augenarzt arbeitet er auch mit anderen Berufs- und Fachgruppen zusammen: „Dazu gehören zum Beispiel Diabetologen, wenn es um die durch Diabetes verursachte Netzhauterkrankung geht.“

Sprechstunde und Bereitschaftsdienst

An drei Wochentagen dauert seine Sprechstunde bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 13 Uhr. „Hinzu kommt der augenärztliche Bereitschaftsdienst, den ich als niedergelassener Arzt etwa einmal im Monat entweder wochentags nach dem Ende der Sprechzeit bis 23 Uhr oder am Wochenende zwischen 8 Uhr und 20 Uhr leiste.“ Christian Theinert arbeitet seit Dezember 2016 als angestellter Facharzt für Augenheilkunde in einer Leipziger Gemeinschaftspraxis mit mehreren Standorten und insgesamt sieben Augenärzten. Zum Praxisteam gehören MFA sowie eine Orthoptistin, die sich auf die Entwicklung des Sehens bei Kindern sowie Krankheiten im Zusammenhang mit Augenbewegungen, umgangssprachlich als Schielen bezeichnet, spezialisiert hat. „In einer Praxis unserer Größe sind die meisten administrativen Aufgaben zentralisiert. So kann ich mich auf meine ärztliche Tätigkeit konzentrieren und bereite lediglich die Abrechnung vor“, ergänzt er.

Mehr Lebensqualität mit einfachen Mitteln

Zur Augenheilkunde kam er im Lauf seines Humanmedizinstudiums von 2004 bis 2010 an der Technischen Universität (TU) Dresden: „Mir war es einerseits wichtig, dass mir mit meinem Fachgebiet später die Möglichkeit einer Niederlassung offenstand. Andererseits gefiel mir das vielseitige und sich dynamisch entwickelnde Fach, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mit relativ einfachen Mitteln wie einer Brille meinen Patienten zu mehr Lebensqualität verhelfen kann.“ So verbrachte er zwei Monate seines Praktischen Jahres in der Augenklinik des Universitätsklinikums Dresden beziehungsweise in einer Universitätsklinik in Perth, Australien. „Die Augenheilkunde ist ein sehr spezialisiertes und beliebtes Fach. Daher ist es wichtig, bereits im Studium entsprechende praktische Erfahrungen zu sammeln, wenn man diese Facharztrichtung einschlagen möchte“, stellt er klar. Für seine Facharztausbildung ging er an die Augenklinik des Universitätsklinikums Leipzig, die er im Oktober 2016 abschloss. Zudem absolvierte er 2016 die Europäische Facharztprüfung „Fellow of European Board of Ophthalmology (FEBO)“.

Rasche Auffassungsgabe und Einfühlungsvermögen

„Wichtig für den Augenarztberuf ist eine rasche Auffassungsgabe, damit ich sicher und schnell ein Erkrankungsbild einschätzen und eine Therapieentscheidung treffen kann. Dazu kommt viel Einfühlungsvermögen, um als gut Sehender die Anliegen von schlecht sehenden Patienten nachzuvollziehen“, erklärt er, „Fundiertes fachliches Know-how einschließlich des physikalischen Verständnisses der am Sehvorgang beteiligten Strukturen versteht sich von selbst.“ Zu seinen weiteren beruflichen Zielen gehört unter anderem: „Ich möchte meine Expertise im Bereich trockenes Auge und Hornhauterkrankungen vertiefen. Hier eröffnen sich gerade spannende neue Behandlungsmöglichkeiten.“

abi>> 10.06.2019