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Verliebt in die goldene Stadt

Ansicht der Stadt Prag
Die tschechische Hauptstadt zieht mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten jedes Jahr Millionen Touristen an.
Foto: Manuela Meier

Arbeiten in Tschechien

Verliebt in die goldene Stadt

Gegen Ende ihres Masterstudiums „Medienkultur und Medienwirtschaft“ führte ein Praktikum Thea Windisch (26) nach Prag. Ihre Begeisterung für die Stadt war so groß, dass sie blieb. Mittlerweile arbeitet sie seit zwei Jahren in der tschechischen Hauptstadt – und würde sich jederzeit wieder für das Leben dort entscheiden.

In einer Agentur für Online-Marketing arbeitet Thea Windisch als einzige Deutsche in einem fünfköpfigen Team, das sich auf den deutschen Markt spezialisiert hat. „Es ist eine sehr interessante Arbeit, auch weil ich mich hier mehr mit Deutschland auseinander gesetzt habe, als je zuvor“, sagt sie.

Die Arbeitskultur in dem tschechischen Unternehmen findet sie familiärer als in Deutschland. „Wir duzen unsere Vorgesetzten und sprechen mit Kollegen auch über unser Privatleben“, erzählt die 26-Jährige. „Das Arbeiten ist viel entspannter hier. Wenn wir eine Deadline haben, arbeiten wir nicht bis weit in die Nacht, wie ich es von Freunden und Kommilitonen aus Deutschland kenne.“

Wohnungssuche und Vokabeln pauken

Ein Porträt-Foto von Thea Windisch

Thea Windisch

Foto: privat

Ihren Bachelor in European Studies hat die gebürtige Fränkin an der Technischen Universität Chemnitz mit dem Fokus auf mittel- und osteuropäische Länder studiert. So lag es nahe, während des Masterstudiums für einige Monate in eines dieser Länder zu gehen. Für das siebenmonatige Praktikum bei der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Außenhandelskammer zog sie zusammen mit ihrem Freund nach Prag. Die Wohnungssuche war nicht einfach. „Am Ende haben wir bei Facebook ein Inserat gefunden und uns die Wohnung angeschaut. Einen Tag später hatten wir den Mietvertrag und wohnen jetzt immer noch dort.“

Mit Erhalt ihrer Arbeitsstelle musste sich Thea Windisch in Tschechien krankenversichern. „Das System der Krankenversicherung ist hier ähnlich wie in Deutschland. Allerdings übernehmen die tschechischen Krankenkassen viel weniger Kosten, sodass wir mehr zuzahlen müssen.“

Eine Arbeitserlaubnis brauchen EU-Bürger in Prag nicht, aber sie müssen sich nach drei Monaten Aufenthalt bei der Ausländerpolizei registrieren lassen. „Es empfiehlt sich, einen Dolmetscher mitzubringen, weil dort niemand Englisch spricht. Mit der Registrierung bekommt man einen Mini-Ausweis und eine Identifikationsnummer.“

Um fließend Tschechisch sprechen zu lernen, besucht die 26-Jährige seit Kurzem zweimal in der Woche eine Sprachschule. Im Vorfeld zum Praktikum hatte sie bereits einen Tschechisch-Kurs an der Uni belegt und in Prag eine Partnerin für ein Sprach-Tandem gefunden. Die Muttersprachlerin half Thea Windisch, ihr Tschechisch zu verbessern – im Gegenzug brachte diese ihr Deutsch bei.

Eishockey und Wochenendhäuser

Gefragt nach den Besonderheiten des Landes, erzählt die Absolventin der Medienkultur: „Was in Deutschland Fußball ist, ist in Tschechien Eishockey. Auffällig ist hier auch, dass am Wochenende nur noch Touristen in der Stadt unterwegs sind. Die Tschechen sind am Wochenende in der Natur und die Prager fahren in ihre Wochenendhäuser.“

Thea Windisch findet die Stadt unbekümmert, gemütlich und nie langweilig: „Es gibt immer eine kulturelle Veranstaltung, die man besuchen kann. Prag ist toll und ich lebe gerne hier. Ich fühle mich hier geborgen und aufgehoben.“ Wie lange sie noch in Tschechien bleiben möchte, lässt sie sich offen: „In nächster Zeit ist keine Rückkehr geplant.“

>> Hier geht's zum Steckbrief Tschechien

abi>> 04.01.2019