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„Gute Vorbereitung ist das A und O“

Basel
Das Basler Münster ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten und ein Wahrzeichen der Stadt Basel.
Foto: Martin Rehm

Arbeiten in der Schweiz – Interview

„Gute Vorbereitung ist das A und O“

In der Schweiz leben offiziell 300.000 Deutsche, mit Grenzgängern und Saisonarbeitern sogar 450.000. Das Nachbarland ist für sie beruflich attraktiv. Doch ein Berufsaufenthalt in der Schweiz will gut vorbereitet sein, weiß Matthias Rauhut von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

abi>> Herr Rauhut, was sollten deutsche Arbeitnehmer beachten, wenn sie sich für einen Arbeitsaufenthalt in der Schweiz entscheiden? Welche (Einreise-)Bestimmungen gibt es und wie ist die aktuelle Gesetzeslage zur Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung?

Matthias Rauhut: Die Schweiz ist zwar kein EU-Mitgliedsland, jedoch profitieren Deutsche und andere EU-Staatsbürger vom Freizügigkeitsabkommen (FZA) mit der Schweiz. Das bedeutet, dass sie sich ohne vorherige Bewilligung auf Arbeitsstellen in der Schweiz bewerben und eingestellt werden können. Wer einen Arbeitsvertrag hat und in der Schweiz wohnen möchte, hat das Recht auf eine Aufenthaltsbewilligung. Allerdings sind seit dem 1. Juli 2018 Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, offene Stellen in Berufsgruppen mit schweizweit mindestens acht Prozent Arbeitslosigkeit an die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zu melden.

abi>> Und wie funktioniert das Versicherungs- und Rentensystem?

Matthias Rauhut: Obligatorisch ist in der Schweiz das Abschließen einer Krankenversicherung: Unabhängig von der Staatsangehörigkeit müssen Sie eine obligatorische Krankenversicherung abschließen, wenn Sie in der Schweiz wohnen, auch wenn Ihr Arbeitsaufenthalt weniger als drei Monate dauert. Auch in die Sozialkassen zahlt man als Arbeitnehmer automatisch ein, zum einen in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), zum anderen in die Invalidenkasse (IV) sowie die Pensions- beziehungsweise Freizügigkeitskasse.

abi>> Gibt es Unterschiede im Bewerbungsverfahren zwischen Deutschland und der Schweiz? Worauf sollte man als deutscher Bewerber besonders achten?

Matthias Rauhut: Unterschiede bei der schriftlichen Bewerbung gibt es keine. Auf die Frage, weshalb man gerne in der Schweiz arbeiten möchte, sollte man allerdings eine plausible Antwort parat haben. Deutsche Bildungs- und Berufsabschlüsse werden dank bilateraler Abkommen in der Schweiz anerkannt. In den sogenannten „Reglementierten Berufen“ der Gesundheitsbranche gelten aber zum Teil Ausnahmen. Mehr als in Deutschland werden in der Schweiz persönliche Referenzen und Empfehlungen erwartet. Zwar sind die Hierarchien in der Schweiz flacher, aber die fachlichen Anforderungen und die Erwartungen an den richtigen, nicht zu aufdringlichen Umgangston sind hoch. Gute Vorbereitung ist hierfür das A und O.

abi>> Welche Berufsgruppen sind in der Schweiz aktuell besonders gefragt, welche Branchen suchen nach Fachkräften?

Matthias Rauhut: Ein großer Bedarf herrscht momentan an qualifizierten Arbeitskräften in technischen Berufen wie Elektro-, Maschinen-, Fernmelde-, Textil-, Hoch- und Tiefbautechnikern, gefolgt von Ingenieuren, Humanmedizinern und Pharmazeuten. Aber auch in der IT-Branche fehlt es an Fachpersonal.

abi>> Wo kann man sich vorab einen Überblick über die Arbeitsmarktsituation verschaffen?

Matthias Rauhut: Hierfür ist das Portal der Bundesagentur für Arbeit eine sehr gute Quelle. Darüber hinaus haben wir innerhalb Europas mit EURES ein europäisches Netzwerk für berufliche Mobilität, das eine gute Informationsquelle darstellt. Im Jobportal der EURES-Website fließen alle Stellenangebote der nationalen Arbeitsverwaltungen zusammen.

Weitere Informationen 

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Informationen rund um Ausbildung, Studium, Praktikum und Arbeiten im Ausland; in erster Linie auf Europa bezogen, aber auch außereuropäisches Ausland
www.ba-auslandsvermittlung.de

Netzwerken mit Gleichgesinnten

Verein für Deutsche in der Schweiz
www.deutsch-schweiz.de

Ratgeber und Erfahrungsaustausch

www.auswandern-schweiz.net

Schweizer Staatsministerium für Migration

www.sem.admin.ch/sem/de/home.html

Deutsche Botschaft Bern

www.bern.diplo.de

Informationsbroschüre für EU-Fachkräfte

www.arbeit-schweiz.eu

Schweizer Arbeitsmarktbehörde

www.arbeit.swiss

Regionale Jobportale der Schweiz

Französische Schweiz:

www.portail-emploi.ch

Deutsche Schweiz:

www.schaufenster.ch


Italienische Schweiz:

www.e-lavoro.ch 

abi>> 10.05.2019