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„Verantwortungsvoller Beruf“

Fläschchen im Hochleistungsflüssigkeitschromatographen zur Bestimmung von Flüssigkeiten
Apotheker sollten stets verantwortungsvoll und genau arbeiten, da sie es mit hochwirksamen Stoffen zu tun haben.
Foto: Rita Eggstein

Pharmazeuten - Interview

„Verantwortungsvoller Beruf“

abi» sprach mit Dr. Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), über Einsatzgebiete für Pharmazeuten.

abi>> Frau Sellerberg, welche Trends sehen Sie derzeit in pharmazeutischen Berufen?

Ursula Sellerberg: Ein Megatrend der Branche lautet „Hin zum Patienten“. Das bedeutet, dass man sich zum Beispiel in Form von personalisierter Medizin und Dienstleistung immer mehr dem einzelnen Patienten zuwendet. Eine andere Entwicklung ist die Digitalisierung, die schon jetzt einen großen Anteil der täglichen Arbeit ausmacht, auch in der öffentlichen Apotheke. Alle Vorgänge, die in einer Apotheke ablaufen, sind hochgradig digitalisiert – außer dem persönlichen Gespräch mit dem Patienten.

abi>> Wie sehen Sie die Berufschancen für Pharmazeuten?

Ein Porträt-Foto von Ursula Sellerberg

Ursula Sellerberg

Foto: ABDA

Ursula Sellerberg: Wer Pharmazie studiert, hat exzellente Berufsaussichten. Vor allem Apotheken in ländlichen Regionen suchen händeringend Apotheker, in Universitätsstädten ist die Konkurrenz etwas größer. Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Einsatzmöglichkeiten für Pharmazie-Absolventen, zum Beispiel in Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheken, in der pharmazeutischen Industrie, in der Forschung, bei Prüfinstitutionen, in der Gesundheitsverwaltung oder an der Universität.
Deutsche Apotheker sind auch im Ausland gefragt. Die meisten Länder in Europa erkennen die deutsche Ausbildung zum Apotheker in der Regel automatisch an. Wenn die Ausbildung sehr lange zurückliegt, muss gegebenenfalls Berufserfahrung aus den letzten fünf Jahren nachgewiesen werden.

abi>> Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind neben einem abgeschlossenen Studium wichtig?

Ursula Sellerberg: Man übt einen naturwissenschaftlichen Beruf aus. Daher sollte man sich natürlich generell für Naturwissenschaften und Gesundheitsthemen interessieren. Apotheker haben einen verantwortungsvollen Beruf, daher sollten sie sehr genau arbeiten. Man sollte sich immer bewusst sein, dass man es mit hochwirksamen Arzneistoffen zu tun hat. Wer in einer Apotheke tätig ist, sollte gern Kontakt zu Menschen haben und kommunikationsstark sein. Es reicht nicht, etwas genau zu wissen, sondern man muss es dem Patienten auch so erklären können, dass er es gern annimmt.
In der Pharmaindustrie oder in der Forschung sind eher Qualifikationen wie Teamfähigkeit und Englischkenntnisse gefragt. Denn Forschung ist immer international. Eine Promotion braucht man in der öffentlichen Apotheke nicht unbedingt, in der pharmazeutischen Industrie, bei Prüfinstitutionen und in der Verwaltung ist sie hilfreich, für die universitäre Laufbahn ein Muss.

abi>> 10.07.2019