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Die Geheimnisse des Bluts

Andrea Michelsen (53), Biomedizinische Fachanalytikerin und Laborleiterin, holt am 26.04.2016 eine Blutkonserve aus einem Kuehlschrank im  Labor des Ortenau-Klinikums  in Lahr.
Auszubildende zum medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten erlernen in der Ausbildung unter anderem die Aufbereitung und Analyse von Blutproben.
Foto: Winfried Rothemel

Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent

Die Geheimnisse des Bluts

Gewebepräparate, Körperflüssigkeiten, Blutproben: Untersucht man die Bestandteile des menschlichen Körpers, zeigt sich meist schnell, ob der Patient gesund oder krank ist. Von diesen Möglichkeiten ist Patrick Kraneis (24) fasziniert – und hat sich deswegen für eine schulische Ausbildung zum Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten (MTLA) entschieden.

Schon um 7.10 Uhr steht Patrick Kraneis im Umkleideraum des Zentrallaboratoriums des Klinikums Nürnberg. Eigentlich fängt er erst um 7.30 Uhr an, aber er will sich Zeit nehmen – sich entspannt umziehen und auf den Tag vorbereiten. Ruhe, sorgfältiges und gewissenhaftes Arbeiten sind ohnehin wichtige Eigenschaften, die er als angehender MTLA verinnerlichen muss. Hektik ist hier fehl am Platz.

Aktuell absolviert er ein zweiwöchiges Praktikum im Arbeitsbereich Transfusionsmedizin. „Von hier aus wird das Klinikum rund um die Uhr mit Blutkonserven versorgt“, erklärt der Auszubildende. Pro Jahr werden mehr als 25.000 Blutpräparate zur Transfusion ausgegeben. Um die Verträglichkeit einer Bluttransfusion für den Patienten zu klären, führen die technischen Mitarbeiter verschiedene Analysen durch.

Interessante Themenvielfalt

Ein Porträt-Foto von Patrick Kraneis

Patrick Kraneis

Foto: privat

„Chemie war schon immer mein Steckenpferd“, erinnert sich Patrick Kraneis. Ein Studium erschien ihm zu theoretisch, bei den Ausbildungsberufen schwankte er zwischen Chemielaborant und MTLA. „Beim MTLA hat mich einfach die Themenvielfalt fasziniert“, erklärt er. Unterschieden werden vier Fachgebiete: Die Hämatologie, die sich mit dem Blut befasst, die Histologie, die sich mit dem Feinbau der Gewebe, Organe und Zellen beschäftigt, die Klinische Chemie, die vor allem das Blutplasma untersucht und die Mikrobiologie, die Infektionskrankheiten auf den Grund geht.

In jedem der Fachgebiete werden verschiedene Analysetechniken angewandt: von einfachen Farb- oder Trübungstests bis hin zu hochkomplexen, molekularbiologischen Untersuchungen. Gearbeitet wird an Mikroskopen, Zentrifugen und spezialisierten Apparaten. Mit dem Bedienen der Geräte ist es aber nicht getan. „Man braucht viel Hintergrundwissen, zum Beispiel zur technischen Bewertung von Laborbefunden und Gerätemeldungen“, betont Patrick Kraneis.

Praxisphasen im Krankenhaus

Mittlerweile ist er im zweiten Ausbildungsjahr. Die dreijährige schulische Ausbildung findet an einer Berufsfachschule in Nürnberg statt, wo im Vollzeitunterricht Theorie vermittelt wird und Übungen in den vier Fachgebieten stattfinden. „Am Anfang ist es sehr viel Theorie, damit alle auf den gleichen Wissensstand gebracht werden“, sagt Patrick Kraneis und fügt hinzu: „Man muss immer am Ball bleiben, allein schon, um die ganzen Fachbegriffe zu lernen.“

Ein wichtiger Bestandteil sind die Praxisphasen. Im ersten Schuljahr steht ein sechswöchiges Krankenhauspraktikum auf dem Plan. „Das ist ganz gut, weil man so die Abläufe auf einer Station kennenlernt“, sagt der 24-Jährige. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr werden insgesamt 20 Wochen Praktika absolviert, zum Beispiel in Kliniklaboratorien oder Laborpraxen.

Genetische Muster bestimmen

Am meisten begeistert sich Patrick Kraneis für die Hämatologie. „Blut besteht aus festen Bestandteilen, den Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Dann gibt es noch das Serum oder Plasma“, erklärt er und ergänzt: „Es gibt Labore, die sind darauf spezialisiert, Blutplättchen mithilfe von Großgeräten zu untersuchen. Andere bestimmen sogenannte Antigene im Blut und genetische Muster – etwa vor einer Organtransplantation.“

Er hofft, nach seiner Ausbildung eine Stelle in einer Klinik zu finden. „Ich habe im Labor zwar keinen direkten Kontakt zu den Patienten, wenige Stockwerke oder Gebäude weiter liegen jedoch Menschen, für die unsere Arbeit enorm wichtig ist“, begründet er seinen Wunsch. „Das macht die Arbeit weniger anonym.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 11.07.2017