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Ausbildungswege für Abiturienten

Junge Schreinerin in ihrem Ausbildungsbetrieb
Ob dual oder schulisch – das Ausbildungssystem in Deutschland bietet Abiturienten vielfältige Möglichkeiten.
Foto: Julien Fertl

Ausbildungsarten im Überblick

Ausbildungswege für Abiturienten

Wer nach dem Abitur eine Ausbildung machen möchte, hat drei Varianten zur Auswahl: In Deutschland gibt es die duale Ausbildung, die schulische Ausbildung und die Abiturientenausbildung. abi» stellt die verschiedenen Möglichkeiten vor.

Betriebliche Ausbildung

Der Klassiker unter den Ausbildungsarten in Deutschland ist die duale Ausbildung, auch betriebliche Ausbildung genannt. Derzeit gibt es laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 327 duale Ausbildungsberufe in Deutschland: Dazu zählen beispielsweise Berufe wie Bankkaufmann, Mikrotechnologe, Tischler oder Elektroniker für Automatisierungstechnik (siehe auch die Kurzreportage „Spezialist für Roboter“). Die Ausbildung erfolgt an zwei Lernorten: Im Betrieb lernen die Auszubildenden praktische Kenntnisse und Fähigkeiten, an der Berufsschule das theoretische Fachwissen. Rein rechtlich kann sich für die duale Ausbildung jeder bewerben, allerdings setzen die Betriebe in der Realität häufig einen bestimmten Schulabschluss voraus. „Die Ausbildungsbetriebe wählen ihre Auszubildenden nach eigenen Vorstellungen aus“, erklärt Heinz Peter Lemm, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Hamburg. Ausschlaggebend für den Erfolg einer Bewerbung sind unter anderem die Motivation des Abiturienten und die Noten im Abitur. „Vor allem mit guten Noten in Mathematik, Englisch und Deutsch hat man die Zulassungskriterien häufig schon erreicht“, sagt Heinz Peter Lemm.

Die Vergütung in der dualen Ausbildung ist tarifgebunden und hängt von der jeweiligen Branche ab. Die Ausbildungsdauer liegt bei der betrieblichen Ausbildung in der Regel bei drei bis dreieinhalb Jahren. Abiturienten können die Zeit häufig verkürzen.

Schulische Ausbildung

Ein Porträt-Foto von Heinz Peter Lemm

Heinz Peter Lemm

Foto: Foto Köpke

Eine weitere Möglichkeit ist die schulische Ausbildung. Der Vollzeitunterricht erfolgt an einer Schule und wird durch verschiedene Praktika begleitet. Dadurch kommt auch die Praxis nicht zu kurz. Die meisten schulischen Ausbildungen sind im gesundheitlichen Spektrum mit Berufen wie Physiotherapeut, Altenpfleger, Logopäde oder Heilehrziehungspfleger vertreten (siehe auch die Kurzreportage „Menschen in ihrer Eigenständigkeit stärken“). Angeboten werden diese Bildungsgänge an Berufsfachschulen, Schulen des Gesundheitswesens, Berufskollegs und Fachakademien. Je nach Bundesland und Beruf gibt es unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. An öffentlichen Schulen ist die Ausbildung in der Regel kostenfrei, es können aber Aufnahme- und Prüfungsgebühren anfallen. Private Schulen erheben dagegen meist Lehrgangsgebühren. Eine Vergütung erhalten die Schüler meist nicht. Allerdings können Schüler an Berufsfachschulen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, BAföG beantragen. Die Ausbildungsdauer beträgt ein bis dreieinhalb Jahre.

Sonderausbildung für Abiturienten

Für Abiturienten, die sich nicht für ein Studium entscheiden möchten, bietet die Abiturientenausbildung oder Sonderausbildung für Abiturienten eine Alternative. Das Besondere daran ist: Während der Ausbildung erwirbt der Abiturient gleichzeitig eine Zusatzqualifikation. „Die Abiturientenausbildung wird überwiegend im kaufmännischen und technischen Bereich angeboten“, erklärt Heinz Peter Lemm. „Sie richtet sich meist an die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens.“ Gängige Sonderausbildungen sind die zum Handelsfachwirt, Finanzassistent oder Fachberater für Integrierte Systeme (siehe auch Kurzreportage „Lösungsorientiertes Denken gefragt“). Die Ausbildung unterteilt sich ebenfalls in Theorie- und Praxisphasen. Die praktische Ausbildung findet in einem Betrieb statt, während die theoretischen Inhalte an einer privaten Berufsfachschule, einer Berufsakademie, einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) oder in einer firmeninternen Schule vermittelt werden. Die Ausbildung dauert zwischen zwei und vier Jahre. Die Vergütung richtet sich nach dem Ausbildungsberuf und ähnelt der Vergütung in der dualen Ausbildung.

Frühzeitig informieren

Welcher Ausbildungstyp infrage kommt, hängt meist davon ab, in welchem Beruf man letztlich arbeiten möchte. Wichtig ist, sich frühzeitig mit den verschiedenen Möglichkeiten zu befassen. „Je intensiver sich der Jugendliche informiert, umso überzeugter fällt er seine Entscheidung “, beobachtet Heinz Peter Lemm. Der Berufsberater empfiehlt, die Wahl der Ausbildung nicht unbedingt nur von der beruflichen Perspektive des Ausbildungsberufes abhängig zu machen. „Interesse und Können sind ebenfalls wichtig, denn die meisten Ausbildungen bilden eine flexible Grundlage, das heißt, dass man weiterführende Fortbildungen, wie beispielsweise ein Studium, anschließen kann.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.

www.ausbildungplus.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Informationen zu Bildung und Forschung in Deutschland
www.bmbf.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Die Berufsbildung der Facharbeiter, Fachangestellten, Gesellen und Meister steht im Mittelpunkt der Forschungs- und Dienstleistungsarbeit des BIBB.
www.bibb.de

abi>> 14.04.2017

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