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Digitale Berufe mit glänzenden Aussichten

Eine junge Frau arbeitet an ihrem Rechner am Schreibtisch.
Die Arbeit am Computer gehört in nahezu allen Berufen dazu. Entsprechend vielfältig sind die beruflichen Möglichkeiten für IT-Interessierte.
Foto: Martin Rehm

Ausbildung in der IT-Branche – Hintergrund

Digitale Berufe mit glänzenden Aussichten

Unsere Welt wird immer digitaler. Ob PC oder Smartphone, Auto oder Waschmaschine – die Informationstechnik (IT) durchdringt längst unseren Alltag. Die Branche wächst seit Jahren und bietet gerade auch Abiturienten zahlreiche Ausbildungswege mit vielen Chancen.

Informatik und Wirtschaft: Diese Fächer haben Ernisa Kuqi in der Schule am meisten Spaß gemacht. Textverarbeitung, Programmieren, die wirtschaftlichen Vorgänge in einem Betrieb – damit wollte sie sich auch in ihrem späteren Beruf beschäftigen. Ihre Wahl fiel daher auf die Ausbildung zur Informatikkauffrau. „Der Beruf verknüpft beide Richtungen“, sagt die 21-Jährige.

Ein Porträtfoto von Ernisa Kuqi

Ernisa Kuqi

Foto: privat

Sie bewarb sich und bekam schnell eine Zusage. „In diesem Bereich werden Fachkräfte gesucht – gerade auch Frauen“, weiß sie. Dass in der IT-Branche immer noch deutlich mehr Männer als Frauen arbeiten, versteht die Auszubildende selbst nicht so richtig: „Vermutlich haben viele Klischees im Kopf, sobald sie das Wort ‚Informatik‘ hören – aber ich sitze eben nicht nur am Computer und programmiere.“

Fachkräfte gesucht

„Es gibt mittlerweile kaum eine Branche, die nichts mit IT zu tun hat und kaum einen Beruf, bei dem man nicht mit Computern arbeitet“, sagt Uwe Leuck, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Mannheim. Entsprechend vielfältig sind die beruflichen Möglichkeiten; der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute entwickelt sich seit Jahren gut. „Nach wie vor gibt es nur wenige Arbeitslose mit IT-Berufen“, sagt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Es gibt immer neue Arbeitsplätze für Computerfachleute und die Nachfrage nach Mitarbeitern bewegt sich auf Höchstniveau.“ 2017 verzeichnete die BA in diesem Bereich 18 Prozent mehr gemeldete Stellen als im Vorjahr. Und angesichts der Wirtschaftsentwicklung und der zunehmenden Digitalisierung erwartet Claudia Suttner auch in Zukunft eine große Nachfrage nach Fachkräften, insbesondere in der Softwareentwicklung und Programmierung sowie in der Anwendungsberatung.

Ein Porträt-Foto von Uwe Leuck

Uwe Leuck

Foto: privat

„Die Berufe im IT-Bereich kann man in fünf Felder einteilen“, erklärt Uwe Leuck: „Hard- und Softwareentwicklung, IT-Administration, IT-Koordination, IT-Kundenbetreuung und Berufe rund ums Internet – wobei letztere gerade im Ausbildungsbereich noch eher weniger eine Rolle spielen.“ In jedem Bereich finden sich typische Ausbildungsberufe. Für die Hard- und Softwareentwicklung sind das die Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung, die vor allem Softwareprojekte realisieren. „Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration gehören in den Bereich ‚Administration‘. Sie vernetzen Hard- und Softwarekomponenten zu Systemen, beraten und schulen Nutzer“, erklärt der Berufsberater. „Im Bereich ,Koordination‘ beschaffen und verwalten Informatikkaufleute informations- und telekommunikationstechnische Systeme bei Unternehmen und Verwaltungen. IT-System-Kaufleute hingegen arbeiten im kaufmännischen Bereich bei Herstellern von Computer-Programmen oder Hardware. Sie konzipieren und realisieren kundenspezifische Systemlösungen und können dem Bereich ,IT-Kundenbetreuung‘ zugerechnet werden.“

Affinität zu Computern

Ernisa Kuqi absolviert ihre Ausbildung zur Informatikkauffrau bei der ADG in Mannheim. „Das Unternehmen stellt mit der Entwicklung von Warenwirtschafts-, Kassen- und Managementsystemen innovative IT-Lösungen für Apotheken bereit“, erklärt die 21-Jährige. Während ihrer Ausbildung lernt sie alle Abteilungen kennen – von der Kundenbetreuung über das Marketing bis zur Buchhaltung. Derzeit lernt sie, wie man Server neu installiert und Kunden berät, wenn es Probleme gibt. Eineinhalb Tage in der Woche besucht die angehende Informatikkauffrau die Berufsschule. „Auf Englisch wird viel Wert gelegt. Wir lernen etwa, Kunden- oder Bewerbungsgespräche auf Englisch zu führen.“
In Fächern wie „Informationstechnologie“ oder „System, Entwicklung und Anwendung“ setzt sie sich damit auseinander, wie Computer aufgebaut sind, oder sie programmiert Webseiten in HTML.
Wer eine Affinität zu Computern hat, analytisches Arbeiten und logisches Denken schätzt sowie mit der englischen Sprache gut zurechtkommt, der sei im IT-Bereich gut aufgehoben, fasst Uwe Leuck zusammen. „Es gibt einige Ausbildungen, die sehr anspruchsvoll sind und vor allem junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife ansprechen.“ Dazu zählen die Fachinformatiker ebenso wie die Informatikkaufleute und die Mathematisch-technischen Softwareentwickler.

Doppelte Qualifikation möglich

„Es gibt in der IT-Branche sehr gute Alternativen zu einem Studium“, sagt der Berufsberater. „Für junge Menschen, die weniger Theorie und dafür mehr Praxis wollen, bietet eine Ausbildung gute Chancen.“ Eine Besonderheit sind dabei die sogenannten „Abiturientenausbildungen“ – doppelt qualifizierende Ausbildungen, die sich speziell an Abiturienten richten. Dazu zählen die Fachberater im Bereich Softwaretechniken, Integrierte Systeme und Vertrieb. Mit dem Abschluss als Fachinformatiker erwerben die Azubis dabei die Zusatzqualifikation als Fachberater.
Ernisa Kuqi ist mit ihrer Ausbildung rundum zufrieden. Auch danach würde sie gerne in ihrem jetzigen Betrieb bleiben. „Die Chancen sind gut, das Unternehmen wächst“, sagt sie. Und innerhalb des Betriebs gebe es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Das betont auch Uwe Leuck: „Für IT-Fachkräfte gibt es viele Aufstiegs- und Anpassungsqualifizierungen, etwa den Betriebs- oder den Fachwirt.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikation.
www.ausbildungplus.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Über den „finder“ kannst du gezielt nach ausbildungsintegrierenden Studiengängen suchen.
www.studienwahl.de

VDE – Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

www.vde.com

BITKOM – Bundesverband der Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien

www.bitkom.org

abi>> 09.02.2018

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